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Haut und Haare

Akne: Ursachen, Behandlung und Hautpflege

Akne ist die häufigste Hauterkrankung im Jugendalter, kann aber auch Erwachsene betreffen. Hier lesen Sie, wie Pickel entstehen, welche Behandlungen es gibt und was Sie selbst für Ihre Haut tun können.

Fachlich noch nicht geprüft

Zuletzt aktualisiert: Lesezeit etwa 6 Minuten6 Quellen

Kurz gefasst

Akne ist eine langwierige, entzündliche Erkrankung der Talgdrüsen mit Mitessern, Pickeln und bei schweren Formen tiefen, schmerzhaften Knoten, vor allem im Gesicht, auf Brust, Schultern und Rücken. Fast alle Jugendlichen haben in der Pubertät einige Pickel. Bei etwa 15 bis 30 von 100 Jugendlichen ist die Akne so ausgeprägt, dass ärztlicher Rat sinnvoll sein kann.

Bei leichter Akne reichen oft eine milde Hautpflege und Mittel zum Auftragen. Bei stärkerer Akne gibt es verschreibungspflichtige Cremes, Gele und Tabletten. Fast alle Behandlungen brauchen Wochen bis Monate, bis sich die Haut sichtbar bessert.

Akne ist keine Folge mangelnder Hygiene. Meist klingt sie bis etwa zum 20. Lebensjahr ab, bei manchen Menschen besteht sie aber noch nach dem 30. Lebensjahr. Eine rechtzeitige Behandlung kann helfen, Narben zu vermeiden.

Was ist Akne?

Akne (Acne vulgaris) ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die von den Talgdrüsen ausgeht. Sie beginnt meist in der Pubertät und betrifft Stellen mit besonders vielen Talgdrüsen.

Talgdrüsen sitzen an den Haarwurzeln und bilden ein fettiges Sekret, das die Haut geschmeidig hält. Bei Akne verhornt der Ausgang der Drüse stärker als normal. Der Talg staut sich, und es entsteht ein Mitesser. Vermehren sich darin Bakterien, kann daraus ein entzündeter Pickel werden.

Jungen sind deutlich häufiger betroffen als Mädchen.

Woran erkennt man Akne?

Typisch sind Mitesser (Komedonen), entzündete Knötchen und Eiterpickel. Je nach Art und Zahl der Hautveränderungen unterscheiden Fachleute leichte, mittelschwere und schwere Akne.

Ähnlich aussehen können etwa Rosazea oder durch Medikamente ausgelöste Pickel. Ungewöhnliche oder plötzlich auftretende Akne sollte daher ärztlich angesehen werden.

  • Leichte Akne: vor allem offene und geschlossene Mitesser, höchstens wenige kleine entzündete Pickel. Die dunkle Farbe offener Mitesser stammt vom Hautfarbstoff, nicht von Schmutz.
  • Mittelschwere Akne: deutlich mehr entzündete Knötchen (Papeln) und mit Eiter gefüllte Pickel (Pusteln).
  • Schwere Akne: zahlreiche Papeln und Pusteln sowie tief sitzende, schmerzhafte, rötliche Knoten, die Narben hinterlassen können.
  • Acne conglobata: eine besonders schwere Form mit verbundenen Knoten und Gängen unter der Haut, laut Fachleitlinie vor allem bei erwachsenen Männern am Rumpf.

Akne: Wann zum Arzt?

Bei Warnzeichen zählt jede Minute. Für alles andere ist Ihre Hausarztpraxis die erste Anlaufstelle.

Sofort den Notruf 112 wählen

Zum Beispiel bei:

  • Atemnot, Schwellung von Gesicht, Lippen oder Zunge oder Kreislaufprobleme kurz nach dem Auftragen oder Einnehmen eines Medikaments
  • Gedanken, sich das Leben zu nehmen, oder eine akute seelische Krise

Noch heute ärztlich abklären, außerhalb der Sprechzeiten 116117

Zum Beispiel bei:

  • Plötzlich viele schmerzhafte, aufbrechende Knoten zusammen mit Fieber, Gelenkschmerzen oder starkem Krankheitsgefühl
  • Eine entzündete Stelle wird rasch größer, heiß, stark gerötet und schmerzhaft
  • Deutliche Stimmungsveränderungen während einer Aknebehandlung mit Tabletten

Termin in der Praxis oder per Video

Zum Beispiel bei:

  • Pickel bessern sich trotz sorgfältiger Pflege und rezeptfreier Mittel über Wochen nicht
  • Tiefe, schmerzhafte Knoten, Narben oder dunkle Flecken entstehen
  • Akne belastet Sie seelisch oder im Alltag stark
  • Akne beginnt erst im Erwachsenenalter oder tritt zusammen mit Zyklusstörungen auf
  • Kinderwunsch oder Schwangerschaft während einer Aknebehandlung
Hausarzt: Praxis finden

Allgemeine Orientierung, keine Diagnose. Im Zweifel lassen Sie Beschwerden lieber einmal mehr ärztlich ansehen.

Wie entsteht Akne und was beeinflusst sie?

Hauptauslöser sind die Hormone der Pubertät, vor allem männliche Geschlechtshormone (Androgene), die auch Mädchen in dieser Zeit vermehrt bilden. Sie regen die Talgproduktion an.

Mangelnde Hygiene verursacht keine Akne. Wer Akne hat, ist also nicht selbst schuld.

  • Veranlagung und Immunsystem: spielen vermutlich mit, denn nicht alle Jugendlichen bekommen Akne.
  • Fettende Pflege und Reibung: fette Cremes oder Öle, kräftiges Rubbeln und das Ausdrücken von Pickeln können Akne verschlechtern.
  • Medikamente und Hormone: zum Beispiel Kortison, bestimmte Mittel gegen Epilepsie und muskelaufbauende Anabolika können Akne auslösen oder verstärken.
  • Stress: Manche Menschen bemerken dadurch eine Verschlechterung, einige Studien stützen das.
  • Ernährung: Die Fachleitlinie nennt stark verarbeitete, zuckerreiche Lebensmittel, die den Blutzucker schnell ansteigen lassen, sowie Milch- und Molkeprodukte als mögliche Auslöser. Das IQWiG hält einen Zusammenhang dagegen für noch nicht ausreichend geklärt.

Wie wird Akne behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach Art und Schwere der Akne. Meist beginnt sie mit Wirkstoffen zum Auftragen, bei stärkerer Akne kommen Tabletten hinzu.

Alle Behandlungen brauchen Geduld und können Nebenwirkungen wie Rötung, Trockenheit oder Brennen haben. Die Fachleitlinie empfiehlt, nach etwa zwölf Wochen gemeinsam zu prüfen, ob die Behandlung ausreichend wirkt, und sie sonst anzupassen. Ob und welches Medikament infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Mehr zum Ablauf finden Sie unter Akne behandeln lassen.

  • Zum Auftragen: Rezeptfrei in der Apotheke gibt es Benzoylperoxid, das gegen Bakterien und verstopfte Poren wirkt; beachten Sie die Packungsbeilage und lassen Sie sich beraten. Verschreibungspflichtig sind Retinoide (Abkömmlinge der Vitamin-A-Säure) und Antibiotika zum Auftragen, die wegen möglicher Resistenzen nur kombiniert und zeitlich begrenzt eingesetzt werden.
  • Zum Einnehmen: bei schwerer Akne Antibiotika-Tabletten zusammen mit einer Behandlung zum Auftragen oder Retinoide als Tabletten. Retinoid-Tabletten wirken am stärksten, haben aber auch die meisten Nebenwirkungen. Sie kommen meist erst infrage, wenn andere Behandlungen nicht ausreichend geholfen haben, und dürfen in der Schwangerschaft auf keinen Fall eingenommen werden.
  • Hormonell: Für Mädchen und Frauen gibt es zugelassene Kombinationen aus Östrogen und Gestagen mit antiandrogener Wirkung, die zugleich verhüten. Einige davon können das Risiko für Blutgerinnsel erhöhen.

Was können Sie selbst für Ihre Haut tun?

Eine einfache, milde Hautpflege unterstützt jede Behandlung. Weniger ist dabei oft mehr, denn viele Produkte und häufiges Waschen können die Haut zusätzlich reizen.

  • Reinigen Sie die Haut mit einer milden, seifenfreien Waschlotion, deren pH-Wert dem der Haut von etwa 5,5 entspricht.
  • Wählen Sie leichte Pflege wie Gele oder Lotionen, am besten mit dem Hinweis „nicht komedogen“. Fette Salben und Öle können die Poren verstopfen.
  • Drücken Sie Pickel möglichst nicht selbst aus. Das kann die Entzündung verstärken und Narben begünstigen. Eine fachgerechte Ausreinigung bieten Hautarztpraxen und medizinische Kosmetikstudios an.
  • Schützen Sie die Haut täglich vor der Sonne, laut Fachleitlinie mit Lichtschutzfaktor 50 in ölfreier Grundlage. Sonne und Solarium bessern Akne nicht.
  • Tragen Sie Aknemittel auf die ganze betroffene Hautpartie auf, nicht nur auf einzelne Pickel, und halten Sie die Behandlung durch, auch wenn sich die Haut anfangs kaum verändert.

Wie belastend ist Akne und wie lassen sich Narben vermeiden?

Akne kann das Selbstwertgefühl stark beeinträchtigen, auch wenn sie nur mittelschwer ist. Narben entstehen vor allem bei schwerer, tief entzündeter Akne.

Menschen mit Akne haben häufiger Ängste, eine gedrückte Stimmung oder ziehen sich zurück. Sprechen Sie seelische Belastungen in der Praxis an. Informationen zu anhaltender Niedergeschlagenheit finden Sie unter Depression.

Meist bleiben eingesunkene Narben zurück, seltener wulstige Narben, vor allem auf Brust, Rücken und Schultern. Eine wirksame Behandlung und der Verzicht auf häufiges Ausdrücken können das Narbenrisiko senken.

Ist bei Akne eine Videosprechstunde möglich?

Für ein Erstgespräch, Verlaufskontrollen oder Fragen zur Anwendung kann eine Videosprechstunde infrage kommen. Ob ein Videotermin reicht oder eine Untersuchung in der Praxis nötig ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.

Die Fachleitlinie empfiehlt regelmäßige Kontrollen, etwa alle drei Monate. Ein Rezept oder eine bestimmte Behandlung kann vorab nicht zugesagt werden, darüber entscheidet die Ärztin oder der Arzt. Sie können auch eine ärztliche Einschätzung Ihrer Haut anfragen.

Was zahlt die Krankenkasse bei Akne?

Rezeptfreie Arzneimittel wie Benzoylperoxid zahlen Erwachsene in der Regel selbst. Für Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung auch ärztlich verordnete rezeptfreie Arzneimittel.

Das gilt auch für Jugendliche mit Entwicklungsstörungen bis zum 18. Lebensjahr. Kosmetische Ausreinigung, chemische Peelings, Mikrodermabrasion sowie Licht- und Laserbehandlungen sind laut Fachleitlinie keine Regelleistung der gesetzlichen Krankenversicherung und werden meist privat bezahlt. Bei schwerer Akne lohnt sich vorab eine Nachfrage bei Ihrer Krankenkasse.

Häufige Fragen zu Akne

Wie lange dauert es, bis eine Aknebehandlung wirkt?

Die meisten Mittel brauchen einige Wochen, bis sich die Haut sichtbar bessert, die gesamte Behandlung dauert oft Monate. Brechen Sie eine Behandlung nicht vorschnell ab, sondern besprechen Sie Zweifel mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Darf man bei Akne Make-up verwenden?

Ja, abdeckendes Make-up kann das Wohlbefinden stärken. Wählen Sie möglichst nicht fettende Produkte mit dem Hinweis „nicht komedogen“ und probieren Sie aus, was Ihre Haut verträgt.

Helfen Hausmittel wie Teebaumöl oder Grüntee-Extrakt gegen Akne?

Für pflanzliche und homöopathische Mittel, Vitamine, Teebaumöl oder Grüntee-Extrakt ist laut IQWiG kein Nutzen bei Akne belegt. Gleiches gilt für Akupunktur oder Schröpfen.

Ab welchem Alter kann Akne auftreten?

Laut Fachleitlinie beginnt Akne bei Mädchen und Jungen oft schon mit 8 bis 9 Jahren, zunächst meist mit Mitessern. Kinder werden nach ähnlichen Grundsätzen behandelt wie Jugendliche, einige Mittel sind für sie aber nicht geeignet.

Was gilt bei Akne in der Schwangerschaft?

Nicht alle Aknemittel sind dann geeignet: Retinoide zum Einnehmen sind streng verboten, und auch Retinoide zum Auftragen sollen gemieden werden. Die Ärztin oder der Arzt wählt verträglichere Alternativen aus.

Muss man mit Akne zur Hautärztin oder zum Hautarzt?

Erste Anlaufstelle ist meist die Kinder- oder Hausarztpraxis. Bei schwerer Akne, Narben oder fehlender Besserung kann eine dermatologische Praxis weiterhelfen; passende Praxen finden Sie über die Arztsuche.

Quellen

  1. IQWiG, gesundheitsinformation.de: Akne. Abgerufen am .
  2. IQWiG, gesundheitsinformation.de: Akne: Helfen Salben, Tabletten oder Lichtbehandlung?. Abgerufen am .
  3. IQWiG, gesundheitsinformation.de: Hautpflege bei Akne. Abgerufen am .
  4. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de: Akne. Abgerufen am .
  5. AWMF, Deutsche Dermatologische Gesellschaft: S2k-Leitlinie Therapie der Akne (Registernummer 013-017, Version 3.0, 2026). Abgerufen am .
  6. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de: § 34 SGB V: Ausgeschlossene Arznei-, Heil- und Hilfsmittel. Abgerufen am .

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