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Was ist eine Erkältung?
Eine Erkältung ist eine Entzündung der Schleimhäute in Nase und Rachen, ausgelöst durch Viren. Sie ist in der Regel harmlos und nicht dasselbe wie die echte Grippe (Influenza).
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) kommen mehr als 30 verschiedene Erreger infrage, darunter Rhinoviren, saisonale Coronaviren, Parainfluenzaviren und das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV). Weil es so viele Erreger gibt, kann man sich immer wieder neu anstecken.
Erwachsene erkälten sich im Durchschnitt zwei- bis viermal im Jahr, Kinder oft sechs- bis achtmal. Allein anhand der Beschwerden lässt sich eine Erkältung nicht sicher von einer Grippe oder von Corona unterscheiden.
Welche Anzeichen sind typisch und wie lange dauert eine Erkältung?
Im Vordergrund stehen Beschwerden an Nase und Hals. Fieber ist eher leicht oder fehlt ganz, und das allgemeine Krankheitsgefühl ist meist mäßig.
Halsschmerzen und Schnupfen lassen oft nach wenigen Tagen nach. Am längsten hält der Husten an: Bei Erwachsenen dauert er im Schnitt etwa 18 Tage, bei Kindern manchmal bis zu drei Wochen. Eine Grippe beginnt dagegen meist plötzlich, mit hohem Fieber, Schüttelfrost und starken Muskelschmerzen.
- Halsschmerzen oder Kratzen im Hals
- verstopfte oder laufende Nase, Niesen
- Husten
- manchmal leichtes Fieber, Mattigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen
Erkältung: Wann zum Arzt?
Bei Warnzeichen zählt jede Minute. Für alles andere ist Ihre Hausarztpraxis die erste Anlaufstelle.
Sofort den Notruf 112 wählen
Zum Beispiel bei:
- starke Atemnot oder Atemnot in Ruhe
- Brustschmerzen zusammen mit Atemnot
- starke Benommenheit, Verwirrtheit oder kaum ansprechbar
- bei Kleinkindern: bellender Husten mit pfeifender Atmung und deutlicher Atemnot
Noch heute ärztlich abklären, außerhalb der Sprechzeiten 116117
Zum Beispiel bei:
- hohes Fieber oder Fieber, das länger als drei Tage anhält
- Säuglinge unter drei Monaten mit einer Temperatur ab 38 °C
- Ihr Kind trinkt nichts, wirkt teilnahmslos oder hat einen steifen Nacken
- starke Ohrenschmerzen oder plötzlich schlechteres Hören
Termin in der Praxis oder per Video
Zum Beispiel bei:
- Beschwerden werden nach einigen Tagen schlimmer statt besser
- grünlicher Schleim aus Nase oder Bronchien über mehrere Tage, besonders mit Fieber
- anhaltend starke Halsschmerzen mit geschwollenen, eitrig belegten Mandeln
- verstopfte Nase mit starken Kopfschmerzen im Bereich der Nebenhöhlen
- Erkältung bei einer chronischen Lungenerkrankung wie COPD oder Asthma
Allgemeine Orientierung, keine Diagnose. Im Zweifel lassen Sie Beschwerden lieber einmal mehr ärztlich ansehen.
Wie steckt man sich mit einer Erkältung an?
Erkältungsviren verbreiten sich über Tröpfchen beim Husten und Niesen und über die Hände. Wer zum Beispiel eine Türklinke oder einen Haltegriff anfasst und danach Nase oder Mund berührt, kann die Viren aufnehmen.
Auch gemeinsam benutzte Tassen und Gläser oder gebrauchte Taschentücher können Viren weitergeben. In den ersten Tagen der Erkältung ist es deshalb sinnvoll, möglichst wenig engen Kontakt zu anderen Menschen zu haben.
Was hilft gegen eine Erkältung?
Gegen die Viren selbst gibt es kein Medikament, und keines verkürzt die Erkältung spürbar. Einige rezeptfreie Mittel können aber die Beschwerden lindern, bis der Infekt von selbst abklingt.
Lesen Sie die Packungsbeilage und lassen Sie sich in der Apotheke beraten, besonders wenn Sie weitere Medikamente nehmen, schwanger sind oder stillen. Ob und welches Medikament für Sie oder Ihr Kind infrage kommt, entscheidet im Zweifel die Ärztin oder der Arzt.
- Schmerz- und fiebersenkende Mittel wie Paracetamol, Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure (ASS) können Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen lindern und Fieber senken. Gegen Husten und Schnupfen helfen sie nicht. Kinder und Jugendliche sollen ASS bei fieberhaften Infekten nicht einnehmen, weil das Risiko eines Reye-Syndroms besteht, einer schweren Erkrankung von Gehirn und Leber.
- Abschwellende Nasensprays oder -tropfen machen die Nase frei. Verwenden Sie sie nicht länger als eine Woche am Stück, sonst kann ein Dauerschnupfen entstehen.
- Honig kann bei Kindern ab einem Jahr den Husten vor dem Schlafen etwas lindern. Pflanzliche Hustenmittel, etwa mit Efeu, Thymian oder Primelwurzel, lassen sich ausprobieren; ihr Nutzen ist aber wenig untersucht.
- Kombinationspräparate gegen Erkältung haben mehr mögliche Nebenwirkungen und sind für Kinder nicht geeignet.
Helfen Antibiotika bei einer Erkältung?
Nein. Antibiotika wirken nur gegen Bakterien, eine Erkältung wird aber von Viren ausgelöst. Sie lindern die Beschwerden nicht und verkürzen die Erkrankung nicht.
Eine Auswertung von elf Studien mit knapp 2.000 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen fand keinen Unterschied in der Dauer der Beschwerden, ob mit oder ohne Antibiotikum. Dafür bekam etwa jede zehnte Person, die ein Antibiotikum nahm, Nebenwirkungen wie Durchfall oder Übelkeit. Außerdem trägt unnötiger Einsatz dazu bei, dass Bakterien unempfindlich (resistent) werden.
Ein Antibiotikum kann nur sinnvoll sein, wenn sich zusätzlich Bakterien ansiedeln und eine Komplikation verursachen. Das ist sehr selten und wird ärztlich beurteilt. Mögliche Komplikationen einer Erkältung sind Entzündungen der Nasennebenhöhlen, des Mittelohrs, des Kehlkopfs oder der Mandeln.
Was können Sie bei einer Erkältung selbst tun?
Schonen Sie sich, bis es Ihnen besser geht, und bleiben Sie mit deutlichen Beschwerden zu Hause. So erholen Sie sich und stecken weniger Menschen an.
Ob Sie arbeiten können, hängt von Ihren Beschwerden und Ihrer Tätigkeit ab. Ob nach einer Videosprechstunde eine Krankschreibung ausgestellt wird, entscheidet die Ärztin oder der Arzt nach eigenem Ermessen; einen Anspruch darauf gibt es nicht. Mehr dazu lesen Sie unter Krankschreibung.
- Das RKI rät, bei akuten Atemwegsbeschwerden drei bis fünf Tage und bis zur deutlichen Besserung zu Hause zu bleiben und engen Kontakt vor allem zu Menschen mit hohem Risiko zu meiden.
- Husten und niesen Sie in ein Einwegtaschentuch oder in die Armbeuge.
- Warme Getränke wie Tee oder Milch empfinden viele als wohltuend. Dass viel Trinken die Erkältung verkürzt, ist allerdings nicht belegt.
- Inhalieren mit Wasserdampf tut vielen gut, eine klare Wirkung auf die Beschwerden ist aber nicht nachgewiesen.
- Lüften Sie Räume regelmäßig kurz und kräftig (Stoßlüften).
Wie können Sie einer Erkältung vorbeugen?
Den besten Schutz bieten einfache Hygieneregeln im Alltag. Nahrungsergänzungsmittel schützen nach heutigem Wissen kaum.
Vitamin C schützt die meisten Menschen nicht vor Erkältungen. Vitamin D wirkt nach bisherigen Studien nicht gegen eine bestehende Erkältung, kann aber bei einem Vitamin-D-Mangel möglicherweise vorbeugen. Für Zink und Echinacea ist die Studienlage zu dünn oder widersprüchlich für eine verlässliche Aussage.
- Waschen Sie Ihre Hände regelmäßig 20 bis 30 Sekunden lang mit Seife, vor allem nach dem Nachhausekommen, nach dem Naseputzen und vor dem Essen.
- Fassen Sie sich möglichst selten mit ungewaschenen Händen ins Gesicht.
- Halten Sie Abstand zu Menschen, die stark husten oder niesen.
Was zahlt die Krankenkasse bei einer Erkältung?
Rezeptfreie Erkältungsmittel zahlen Erwachsene in der Regel selbst. Für Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr können auch rezeptfreie Arzneimittel von der gesetzlichen Kasse übernommen werden, wenn sie ärztlich verordnet sind.
Nach § 34 SGB V sind rezeptfreie Arzneimittel grundsätzlich von der Kassenversorgung ausgenommen; Ausnahmen gelten für Kinder bis 12 Jahre und für Jugendliche mit Entwicklungsstörungen bis 18 Jahre. Für Erwachsene sind sogar verschreibungspflichtige Mittel gegen Erkältungskrankheiten ausgeschlossen, etwa Schnupfen-, Schmerz- und Hustenmittel.
Häufige Fragen zu Erkältung
Was ist der Unterschied zwischen einer Erkältung und einer Grippe?
Eine Erkältung wird von vielen verschiedenen Viren ausgelöst und betrifft vor allem Nase und Hals. Die Grippe entsteht durch Influenzaviren, beginnt oft plötzlich mit hohem Fieber und starkem Krankheitsgefühl und kann schwerer verlaufen. Sicher unterscheiden lassen sich beide nur mit einem Labortest.
Hilft Vitamin C gegen eine Erkältung?
Wer täglich Vitamin C einnimmt, war in Studien im Mittel um etwa ein Zehntel kürzer erkältet, zum Beispiel neun statt zehn Tage. Erst bei Beginn der Erkältung damit anzufangen, verkürzte sie nicht. Vor einer Erkältung schützt Vitamin C die meisten Menschen nicht.
Welche Erkältungsmittel eignen sich für Kinder?
Gegen Fieber und Schmerzen wird bei Kindern vor allem Paracetamol eingesetzt. ASS und Kombinationspräparate sind für Kinder nicht geeignet. Lassen Sie sich zur passenden Darreichungsform in der Apotheke oder in der kinderärztlichen Praxis beraten.
Kann aus einer Erkältung eine Lungenentzündung werden?
Das ist sehr selten. Häufiger sind Entzündungen der Nasennebenhöhlen, des Mittelohrs oder der Mandeln; bei Kleinkindern kann ein Pseudokrupp mit bellendem Husten auftreten.
Gibt es eine Impfung gegen Erkältung?
Gegen die meisten Erkältungserreger gibt es keine Impfung. Eine Ausnahme ist RSV: Für ältere Menschen gibt es seit 2023 eine Impfung, für Neugeborene und Säuglinge seit 2024 eine vorbeugende Antikörpergabe. Ob das für Sie infrage kommt, klärt Ihre Praxis.
Warum erkältet man sich im Winter häufiger?
Im Winter halten sich Menschen mehr in Innenräumen auf, die oft schlecht gelüftet sind, sodass Viren leichter weitergegeben werden. Dazu kommen trockenere Luft und eine im Winter möglicherweise schwächere Abwehr.
Quellen
- IQWiG, gesundheitsinformation.de: Erkältung. Abgerufen am .
- IQWiG, gesundheitsinformation.de: Bei Erkältungen Antibiotika nehmen oder nicht?. Abgerufen am .
- IQWiG, gesundheitsinformation.de: Schnupfen, Husten und Halsschmerzen lindern. Abgerufen am .
- IQWiG, gesundheitsinformation.de: Schützt Vitamin C vor Erkältungen?. Abgerufen am .
- IQWiG, gesundheitsinformation.de: Mein Kind hat Fieber – was tun?. Abgerufen am .
- Robert Koch-Institut: Akute respiratorische Erkrankungen: Antworten auf häufig gestellte Fragen. Abgerufen am .
- BIÖG, infektionsschutz.de: Händewaschen. Abgerufen am .
- Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de: § 34 SGB V: Ausgeschlossene Arznei-, Heil- und Hilfsmittel. Abgerufen am .