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Infekte und Atemwege

Corona (COVID-19): Anzeichen, Verlauf und Impfung

COVID-19 wird durch das Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst und verläuft heute meist mild. Hier lesen Sie, welche Anzeichen typisch sind, wer ein höheres Risiko hat, was Long COVID bedeutet und wem die STIKO die Auffrischimpfung empfiehlt.

Fachlich noch nicht geprüft

Zuletzt aktualisiert: Lesezeit etwa 5 Minuten8 Quellen

Kurz gefasst

COVID-19 ist eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2. Häufig sind Schnupfen, Husten, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Erschöpfung und Fieber. Die meisten Menschen erholen sich innerhalb von ein bis zwei Wochen; schwere Verläufe sind inzwischen selten.

Ein höheres Risiko haben vor allem ältere Menschen, Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen oder geschwächtem Immunsystem sowie Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen. Für sie kann eine frühe antivirale Behandlung infrage kommen, die die Ärztin oder der Arzt prüft.

Seit Juli 2026 empfiehlt die STIKO die jährliche Auffrischimpfung als Standard für alle ab 75 Jahren (zuvor ab 60) und weiterhin für Menschen mit erhöhtem Risiko, etwa durch eine Grunderkrankung.

Was ist COVID-19?

COVID-19 ist die Erkrankung, die das Coronavirus SARS-CoV-2 auslöst. Das Virus ist in Deutschland inzwischen dauerhaft verbreitet (endemisch) und tritt in Wellen auf.

Seit 2023 stammen die meisten zirkulierenden Varianten von der Omikron-Linie ab. Nach Einschätzung der STIKO haben inzwischen mehr als 95 Prozent der Erwachsenen durch Impfungen und überstandene Infektionen eine breite Immunität. Deshalb verläuft die Erkrankung heute nur noch selten schwer.

Eine feste Saison wie bei der Grippe hat sich bisher nicht herausgebildet. Die größeren Wellen der vergangenen Jahre lagen aber jeweils in der zweiten Jahreshälfte.

Welche Anzeichen sind bei Corona typisch?

Die Beschwerden ähneln einer Erkältung oder Grippe. Am häufigsten sind Husten, Schnupfen, Erschöpfung, Halsschmerzen, Kopfschmerzen und Fieber.

Der Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn war zu Beginn der Pandemie häufig, ist seit Omikron aber deutlich seltener. Manche Infizierte haben gar keine Beschwerden und können das Virus trotzdem weitergeben. Allein an den Anzeichen lässt sich COVID-19 nicht sicher von einer Grippe oder Erkältung unterscheiden.

  • Husten, Schnupfen und Halsschmerzen
  • Kopf- und Gliederschmerzen, Erschöpfung
  • Fieber, häufiger als bei einer gewöhnlichen Erkältung
  • seltener Kurzatmigkeit, Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Durchfall

Corona (COVID-19): Wann zum Arzt?

Bei Warnzeichen zählt jede Minute. Für alles andere ist Ihre Hausarztpraxis die erste Anlaufstelle.

Sofort den Notruf 112 wählen

Zum Beispiel bei:

  • Atemnot, besonders in Ruhe, oder bläuliche Lippen
  • Schmerzen oder Druck in der Brust
  • Verwirrtheit, starke Benommenheit oder Bewusstseinsstörung

Noch heute ärztlich abklären, außerhalb der Sprechzeiten 116117

Zum Beispiel bei:

  • Corona-Anzeichen bei Menschen ab 60 Jahren, in der Schwangerschaft oder mit chronischer Erkrankung, auch wegen einer möglichen antiviralen Behandlung
  • Kinder unter zwei Jahren mit Fieber und Atemwegsbeschwerden
  • Beschwerden werden nach anfänglicher Besserung wieder schlimmer

Termin in der Praxis oder per Video

Zum Beispiel bei:

  • Beschwerden bessern sich nach einigen Tagen nicht
  • Erschöpfung, Atembeschwerden oder Konzentrationsprobleme halten länger als vier Wochen an
  • Beratung, ob für Sie eine Auffrischimpfung empfohlen ist
Hausarzt: Praxis finden

Allgemeine Orientierung, keine Diagnose. Im Zweifel lassen Sie Beschwerden lieber einmal mehr ärztlich ansehen.

Wie wird das Coronavirus übertragen?

SARS-CoV-2 wird vor allem über Tröpfchen und Aerosole übertragen, die beim Atmen, Sprechen, Husten oder Niesen entstehen. Besonders in schlecht gelüfteten Innenräumen ist das Risiko erhöht.

Zwischen Ansteckung und ersten Beschwerden vergehen nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) im Mittel drei bis vier Tage. Am ansteckendsten ist man von zwei bis drei Tagen vor bis etwa vier bis fünf Tage nach Beginn der Beschwerden. Bei geschwächtem Immunsystem oder schwerem Verlauf kann das deutlich länger dauern.

Wer hat ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf?

Das Risiko für einen schweren Verlauf steigt mit dem Alter. Auch bestimmte Grunderkrankungen, ein geschwächtes Immunsystem und das Leben in einer Pflegeeinrichtung erhöhen es.

Kinder erkranken fast immer leicht. Schwere Verläufe sind aber in jedem Alter möglich, auch bei jungen, gesunden Menschen.

  • chronische Erkrankungen der Atemwege, etwa COPD
  • chronische Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenerkrankungen
  • Diabetes und andere Stoffwechselerkrankungen, Adipositas
  • Erkrankungen des Nervensystems, Demenz, Trisomie 21
  • angeborene oder erworbene Immunschwäche, etwa durch Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken, oder nach einer Organtransplantation
  • aktive Krebserkrankungen

Wie wird COVID-19 behandelt?

Bei einem milden Verlauf reichen meist Ruhe und Schonung. Menschen mit erhöhtem Risiko sollten sich früh an ihre Hausarztpraxis wenden, damit geprüft wird, ob eine antivirale Behandlung sinnvoll ist.

Gegen Fieber und Schmerzen können rezeptfreie Mittel wie Paracetamol oder Ibuprofen helfen; beachten Sie die Packungsbeilage und lassen Sie sich in der Apotheke beraten. Antivirale Medikamente sind verschreibungspflichtig und wirken am besten, wenn sie früh nach Beginn der Beschwerden eingesetzt werden. Ob sie für Sie infrage kommen, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.

Bei einem schweren Verlauf ist eine Behandlung im Krankenhaus nötig, zum Beispiel mit Sauerstoff oder mit Kortisonpräparaten, die Entzündungen hemmen.

Was sollten Sie bei einer Corona-Infektion tun?

Bleiben Sie mit Atemwegsbeschwerden zu Hause, bis es Ihnen deutlich besser geht, und meiden Sie engen Kontakt zu anderen. Das schützt vor allem Menschen mit hohem Risiko.

  • Das RKI empfiehlt, drei bis fünf Tage und bis zur deutlichen Besserung der Beschwerden zu Hause zu bleiben.
  • Lässt sich Kontakt zu Risikopersonen nicht vermeiden, tragen Sie eine Maske.
  • Husten und niesen Sie in ein Taschentuch oder in die Armbeuge, waschen Sie regelmäßig die Hände und lüften Sie Räume regelmäßig.
  • Kündigen Sie einen Praxisbesuch vorher telefonisch an. Eine Hausarztpraxis in Ihrer Nähe finden Sie über die Arztsuche.

Was ist Long COVID?

Von Long COVID spricht man, wenn Beschwerden länger als vier Wochen nach Beginn der Erkrankung anhalten, neu auftreten oder wiederkehren. Bestehen sie nach mindestens zwölf Wochen noch und lassen sich nicht anders erklären, heißt das Post-COVID-Syndrom.

Häufig sind anhaltende Erschöpfung (Fatigue), verminderte Belastbarkeit, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, Atembeschwerden, Muskelschwäche und Schlafstörungen. Bei den meisten Betroffenen bessern sich die Beschwerden innerhalb einiger Monate.

Erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis, bei Kindern und Jugendlichen die kinderärztliche Praxis. Eine Behandlung gegen die Ursache gibt es bisher nicht; sie zielt darauf, Beschwerden zu lindern und die Belastbarkeit zu verbessern. Mehr dazu lesen Sie unter Long COVID.

Wem empfiehlt die STIKO die Corona-Impfung?

Die STIKO empfiehlt eine jährliche Auffrischimpfung, möglichst im Spätsommer oder Frühherbst, für Menschen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf oder mit erhöhtem beruflichem Ansteckungsrisiko. Im Juli 2026 hat sie die Altersgrenze für die Standardimpfung von 60 auf 75 Jahre angehoben.

Zwischen einer Infektion oder der letzten Impfung und der Auffrischung sollen möglichst mindestens sechs Monate liegen. Für gesunde Erwachsene unter 75 Jahren sieht die STIKO in der Regel keine Auffrischimpfung mehr vor. Versicherte haben nach § 20i SGB V Anspruch auf Schutzimpfungen; welche genau, legt der Gemeinsame Bundesausschuss auf Grundlage der STIKO-Empfehlungen fest. Ob die Impfung für Sie sinnvoll ist, besprechen Sie am besten in Ihrer Praxis.

  • alle Menschen ab 75 Jahren
  • Menschen ab sechs Monaten mit einer der oben genannten Grunderkrankungen
  • Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen sowie besonders gefährdete Menschen in Einrichtungen der Eingliederungshilfe
  • Schwangere mit erhöhtem Risiko durch eine Grunderkrankung oder eine Schwangerschaftskomplikation, ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel
  • Personal in Pflegeeinrichtungen sowie medizinisches Personal mit erhöhtem Ansteckungsrisiko oder Kontakt zu Risikopatienten
  • Angehörige und enge Kontaktpersonen ab sechs Monaten von Menschen, bei denen die Impfung voraussichtlich nicht ausreichend schützt

Häufige Fragen zu Corona (COVID-19)

Wie zuverlässig ist ein Corona-Schnelltest?

Ein positives Ergebnis ist meist verlässlich. Ein negativer Schnelltest schließt eine Infektion aber nicht aus; sicher nachweisen lässt sie sich mit einem PCR-Test.

Ersetzt eine Corona-Infektion die jährliche Auffrischimpfung?

Bei Menschen mit gesundem Immunsystem kann eine natürliche Infektion im selben Jahr die Auffrischimpfung nach Einschätzung der STIKO ersetzen. Bei Schwangeren mit nachgewiesener Infektion wird der Bedarf einzeln abgewogen.

Sollen gesunde Kinder gegen Corona geimpft werden?

Nein. Für gesunde Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren empfiehlt die STIKO keine COVID-19-Impfung, weil schwere Verläufe bei ihnen selten sind. Kinder ab sechs Monaten mit bestimmten Grunderkrankungen sind von der Empfehlung erfasst.

Welche Corona-Impfstoffe werden derzeit verwendet?

Empfohlen sind alle zugelassenen mRNA- und proteinbasierten Impfstoffe, die an eine von der Weltgesundheitsorganisation oder der Europäischen Arzneimittel-Agentur empfohlene Variante angepasst sind.

Können auch Kinder Long COVID bekommen?

Ja, Long COVID kann in jedem Alter auftreten, auch nach einem milden Verlauf. Bei Kindern und Jugendlichen ist die kinderärztliche Praxis die erste Anlaufstelle.

Ist Corona noch meldepflichtig?

Ja. Der Nachweis von SARS-CoV-2 ist nach § 7 des Infektionsschutzgesetzes meldepflichtig. Labore und Praxen melden ihn innerhalb von 24 Stunden an das Gesundheitsamt.

Wie viele Menschen sterben heute in Deutschland an Corona?

Deutlich weniger als in der Pandemie: In der Saison 2025/26 wurden dem RKI rund 1.600 Todesfälle mit einer SARS-CoV-2-Infektion übermittelt, in der Saison 2023/24 rund 7.500. Eine deutlich erhöhte Gesamtsterblichkeit während der Corona-Wellen hat das RKI seit 2023 nicht mehr festgestellt.

Quellen

  1. IQWiG, gesundheitsinformation.de: Covid-19 (Coronavirus-Krankheit). Abgerufen am .
  2. Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber COVID-19. Abgerufen am .
  3. Robert Koch-Institut: SARS-CoV-2 und COVID-19: Antworten auf häufig gestellte Fragen. Abgerufen am .
  4. Robert Koch-Institut, STIKO: Schutzimpfung gegen COVID-19: COVID-19-Impfempfehlung (Stand 15.10.2026). Abgerufen am .
  5. Robert Koch-Institut: Akute respiratorische Erkrankungen: Antworten auf häufig gestellte Fragen. Abgerufen am .
  6. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de: Long COVID: Langzeitfolgen von COVID-19. Abgerufen am .
  7. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de: COVID-19, Erkältung, Grippe im Überblick. Abgerufen am .
  8. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de: § 20i SGB V: Leistungen für Schutzimpfungen. Abgerufen am .

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