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Elektrorollstuhl: Arten, Auswahl und Modellübersicht

Ein Elektrorollstuhl macht Wege möglich, die mit Handantrieb zu weit oder zu anstrengend sind. Hier lesen Sie, welche Antriebsarten es gibt, worauf es bei Sitz, Akku und Probefahrt ankommt, was rechtlich gilt und was Hersteller in ihren Datenblättern angeben.

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Kurz gefasst

Ein Elektrorollstuhl wird über einen Elektromotor angetrieben und mit Joystick oder Sondersteuerung gefahren. Welcher passt, hängt von Einsatz (innen, außen oder beides), Antriebsart (Front, Mitte, Heck), Sitzmaßen, Akku und Reichweite sowie Ihrem Transportbedarf ab.

Prüfen Sie Modelle immer mit einer Probefahrt in Ihrer Wohnung und auf Ihren Wegen. Herstellerangaben zur Reichweite entstehen unter Prüfbedingungen und weichen im Alltag ab. Für motorisierte Krankenfahrstühle mit höchstens 15 km/h bauartbedingter Höchstgeschwindigkeit brauchen Sie keine Fahrerlaubnis; liegt die Höchstgeschwindigkeit über 6 km/h, ist eine Haftpflichtversicherung Pflicht.

Kosten und Kostenübernahme erklärt der Ratgeber Kosten und Krankenkasse, Reisemodelle der Ratgeber faltbarer Elektrorollstuhl. Einen Überblick über alle Rollstuhlarten gibt der Rollstuhl-Ratgeber.

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Was ist ein Elektrorollstuhl, und wann ist er sinnvoll?

Ein Elektrorollstuhl ist ein Rollstuhl mit Elektroantrieb, den Sie mit Joystick oder anderer Steuerung selbst fahren; er ist sinnvoll, wenn Handantrieb nicht möglich oder zu anstrengend ist oder Wege im Nahbereich sonst nicht zu bewältigen wären.

Im Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands gehören Elektrorollstühle zur Produktgruppe 18, den „Kranken-/ Behindertenfahrzeugen“, gemeinsam mit Elektromobilen. Daneben gibt es Rollstühle mit besonderen Vorrichtungen wie Steh- oder Hubfunktionen, die Hersteller als Multifunktions-Elektrorollstühle gesondert führen, und Rollstuhlantriebe, die einen Handrollstuhl nur unterstützen. Die Arten sind nach Einsatzort, Zweckbestimmung und Antriebsart eingeteilt.

Ein Elektrorollstuhl löst nicht jedes Mobilitätsproblem. Er wiegt mehr, braucht Strom, Stellplatz und Wartung und nimmt Bewegung ab, die manche Menschen gezielt erhalten möchten. Ob Handantrieb mit Zusatzantrieb, ein Elektromobil oder ein Elektrorollstuhl passt, klären Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, Therapeutinnen und Therapeuten und dem Fachhandel.

Fremdkraftbetriebene Fahrzeuge setzen nach dem Hilfsmittelverzeichnis voraus, dass Sie den Rollstuhl absehbar sicher führen können. Dazu gehören ausreichend Sehen und Hören, Orientierung, Aufmerksamkeit und die Koordination der Arme. Wo das eingeschränkt ist, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Einweisung, Übung und angepasste Steuerungen. Dieser Text ersetzt keine medizinische Beratung; bei Notfällen wählen Sie 112.

Quellen: Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands, Produktgruppe 18 „Kranken-/ Behindertenfahrzeuge“ (Fassung vom 19.02.2024, abgerufen am 19.10.2026)

Frontantrieb, Mittelradantrieb oder Heckantrieb: Was unterscheidet sie?

Die Antriebsart bestimmt, wie wendig der Elektrorollstuhl ist, wie er Kanten nimmt und wie ruhig er bei höherem Tempo läuft: Frontantrieb gilt als kompakt und kletterstark, Mittelradantrieb als besonders wendig, Heckantrieb als spurtreu bei höherer Geschwindigkeit.

Diese Tendenzen beschreiben Hersteller in ihren Unterlagen ähnlich; im Einzelfall entscheidet das konkrete Modell mit Federung, Radgröße und Gewichtsverteilung. Wie unterschiedlich der Platzbedarf sein kann, zeigen zwei Datenblätter derselben Reihe: Das eine nennt für den Mittelradantrieb einen Wenderadius von 560 bis 630 Millimetern, das andere für den Heckantrieb 950 Millimeter.

Antriebsarten im Vergleich (Merkmale, nicht Modelle)
AntriebsartTypische StärkenTypische GrenzenOft gewählt für
FrontantriebKompakt, klettert gut an Kanten, kommt nah an Tische heranFür hohes Tempo beschreiben Hersteller meist andere Antriebsarten als besser geeignetWohnung, kurze Wege, gelegentlich draußen
MittelradantriebSehr kleiner Wendekreis, wendig in engen Räumen, stabil auch draußenStützräder vorn und hinten: auf Kanten und Rampen Probe fahrenWohnung und Alltag draußen
HeckantriebSpurtreu und ruhig bei höherem Tempo, gut für längere Wege draußenMeist größerer Wendekreis, in engen Wohnungen mehr RangierenAußenbereich, längere Strecken

Quellen: Herstellerseite mit Beschreibung der Antriebsarten; Herstellerseite mit Daten zu einem Mittelradantrieb; Herstellerseite mit Daten zu einem Heckantrieb

Innen, außen oder beides: Für welchen Einsatz ist ein Elektrorollstuhl gebaut?

Innenmodelle sind kompakt und wendig, Außenmodelle haben größere Räder, mehr Federung und mehr Akku, und Kombimodelle versuchen beides; welcher Einsatz gemeint ist, steht im Datenblatt und in der Produktbeschreibung.

Auch das Hilfsmittelverzeichnis unterscheidet nach dem Einsatzort. Zum Beispiel ist die Untergruppe 18.46.05 für Elektrorollstühle für den Innenraum vorgesehen. Die zehnstellige Hilfsmittelnummer, die bei Rollstühlen mit der Produktgruppe 18 beginnt, nennen viele Hersteller auf ihren Produktseiten.

Räder und Federung prägen den Außeneinsatz. Luftreifen federn weich, brauchen aber Kontrolle des Luftdrucks; pannengeschützte oder luftlose Reifen sparen Pflege, fahren sich je nach Bauart anders. Hersteller bieten oft mehrere Reifentypen an, darunter Luft, pannengeschützt, Polyurethan oder Vollreifen. Eine Einzelradfederung oder Allradfederung gleicht Unebenheiten aus und entlastet Sitzende bei längeren Fahrten.

Einsatzbereiche im Vergleich (Merkmale, nicht Modelle)
EinsatzTypische MerkmaleWorauf Sie achtenBeispielhafte Wege
InnenSchmale Bauweise, kleiner Wendekreis, kleinere RäderTürbreiten, Schwellen, Teppich, WendemöglichkeitWohnung, Büro, Praxis
AußenGrößere Räder, Federung, kräftige Motoren, größere Akkus, BeleuchtungGewicht, Platzbedarf, Wendekreis in der WohnungGehweg, Park, Einkauf im Nahbereich
Innen und außenKompromiss aus Wendigkeit und Fahrkomfort, häufig kompakter Heck- oder MittelradantriebProbefahrt in Wohnung und draußenAlltag mit Wohnung und Außenwegen

Quellen: Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands, Produktgruppe 18 „Kranken-/ Behindertenfahrzeuge“ (Fassung vom 19.02.2024, abgerufen am 19.10.2026)

Worauf kommt es bei Sitz, Passform und Sitzfunktionen an?

Ein Elektrorollstuhl wird oft viele Stunden am Tag genutzt, deshalb zählt eine genaue Anpassung von Sitzbreite, Sitztiefe, Rückenhöhe, Beinstützen und Armlehnen mehr als jedes Zusatzmerkmal.

Datenblätter nennen für diese Maße Einstellbereiche. Achten Sie darauf, dass Ihre Maße nicht am Rand des Bereichs liegen, damit bei einer Gewichtsänderung oder mit einem anderen Kissen noch Spielraum bleibt. Armlehnen lassen sich je nach Modell abnehmen, umklappen oder hochklappen, was das Umsetzen erleichtert.

Elektrische Sitzfunktionen wie Rückenwinkelverstellung, Sitzkantelung, Sitzlift und elektrische Beinstützen ermöglichen Positionswechsel und Entlastung, ohne den Rollstuhl zu verlassen. Der Sitzlift hilft, Tische zu unterfahren oder höhere Ablagen zu erreichen. Wie oft und wie Sie Ihre Position wechseln sollten, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder Ihrer Therapeutin. Für Sitzkissen und Hilfsmittel gegen Druckgeschwüre verweist das Hilfsmittelverzeichnis auf eigene Produktgruppen (26 und 11).

Kopfstützen, Pelotten, Beckengurt und Therapietisch gehören zu den Optionen, die Hersteller für viele Modelle anbieten. Sie sind kostenrelevant, deshalb sollte der Kostenvoranschlag jede Option einzeln mit Begründung ausweisen.

  • Sitzbreite, Sitztiefe, Rückenhöhe und Unterschenkellänge liegen im mittleren Einstellbereich
  • Armlehnen lassen sich zum Umsetzen abnehmen oder hochklappen
  • Rückenwinkel, Sitzkantelung und Beinstützen verstellen sich so, wie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es für sinnvoll hält
  • Sitzlift nur, wenn er im Alltag gebraucht wird (Tische, Arbeitsplatz, Küche)
  • Kissen und Rückenpolster zum Rollstuhl passend gewählt
  • Gurte, Kopfstütze und Pelotten bei Bedarf separat begründet

Quellen: Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands, Produktgruppe 18 „Kranken-/ Behindertenfahrzeuge“ (Fassung vom 19.02.2024, abgerufen am 19.10.2026)

Reichweite, Akku, Geschwindigkeit, Steigung: Wie lese ich die technischen Daten?

Herstellerangaben zur Reichweite entstehen unter Prüfbedingungen; im Alltag fahren Sie je nach Gewicht, Gelände, Temperatur, Akkuzustand und Reifen oft weniger weit, deshalb planen Sie mit Reserve.

Ein Datenblatt weist ausdrücklich darauf hin, dass die Reichweite nach der Norm ISO 7176-4 und theoretisch ermittelt wird und je nach Benutzergewicht, Gelände, Batteriezustand, Reifen und weiteren Faktoren abweicht; für die Werte wird eine Toleranz von plus 10 und minus 5 Prozent genannt. Andere Datenblätter geben die Reichweite je nach Batteriegröße und Fahrstufe gesondert an. Vergleichen Sie deshalb nur Werte mit gleicher Batterie und gleicher Geschwindigkeit.

Akkus sind Verschleißteile. Eine Hersteller-Checkliste für Gel-Batterien empfiehlt, den Elektrorollstuhl trocken zu lagern, bei etwa 10 bis 30 Grad Celsius zu laden, nur das mitgelieferte Ladegerät zu verwenden, den Ladestand nicht unter 20 Prozent fallen zu lassen und die Batterie nach jeder Fahrt oder über Nacht ans Netz zu hängen; bei seltener Nutzung mindestens einmal im Monat nachzuladen. Maßgeblich ist immer die Anleitung Ihres Modells. Als Ladezeit nennt ein Datenblatt höchstens 12 Stunden.

Angaben im Datenblatt und was sie bedeuten
AngabeWas sie bedeutetWorauf Sie achten
Reichweite (km)Strecke mit voller Batterie unter PrüfbedingungenHängt von Batteriegröße, Fahrstufe und Gelände ab; Licht und Sitzfunktionen verbrauchen Strom
Batterie (Ah) und TypKapazität in Amperestunden; Blei-Gel, AGM oder Lithium-IonenGewicht, Ladezeit, Pflege und Flugtransport unterscheiden sich
Geschwindigkeit (km/h)Bauartbedingte Obergrenze, oft in Fahrstufen wählbarRechtliche Folgen bei mehr als 6 und bei mehr als 15 km/h, siehe unten
Max. Nutzergewicht (kg)Höchstes zulässiges Körpergewicht, teils mit ZuladungVerstärkte Ausführungen für höheres Gewicht erfragen
Steigung und GefälleZulässige Neigung in Grad oder Prozent, zum Beispiel 6° entsprechen 10,5 %Rampen und Steigungen auf Ihren Wegen nachmessen
HindernishöheHöhe einer Kante, die das Fahrzeug überwindetBordsteine Ihrer Wege vor dem Kauf abfahren
WenderadiusPlatzbedarf beim DrehenMit Türen und Fluren der Wohnung vergleichen
Gewicht und TransportmaßeLeergewicht, teils mit und ohne BatterieFür Verladen, Aufzug und Rampe entscheidend

Quellen: Herstellerdatenblatt mit Hinweis zur Reichweitenangabe; Herstellerbroschüre mit Checkliste zur Batteriepflege; Herstellerseite mit Angaben zu Ladezeit und Reichweite

Wie funktionieren Bedienung, Beleuchtung und Sicherheitsausstattung?

Gefahren wird meist mit einem Joystick am Bedienmodul, das Ladestand, Fahrstufen, Licht und Blinker anzeigt; bei besonderen Bedürfnissen gibt es Sondersteuerungen bis hin zur Augensteuerung.

Bedienmodule unterscheiden sich in Display, Tasten und Position: Manche lassen sich wegschwenken, um Tische zu unterfahren, andere sind für die Begleitperson gedacht. Hersteller bieten Sondersteuerungen wie Kinn-, Kopf- und Saug-Blas-Steuerung, Mini-Joysticks, Tasten- und Schaltersteuerungen sowie eine Steuerung per Blick an. Einige Systeme lassen sich per Bluetooth mit Computer oder Smartphone koppeln; Herstellerseiten beschreiben Apps, die Ladestand anzeigen und Fehlermeldungen an den Fachhändler schicken.

Zur Sichtbarkeit zählen LED-Fahrlicht, Rücklicht, Blinker und Reflektoren; als Optionen gibt es Rückspiegel, Heckmarkierung und Haltegurte. Welche Ausstattung für Fahrten im Straßenverkehr vorgesehen ist, erklärt der Fachhandel für Ihr Modell. Fragen Sie außerdem nach Kippschutz, Parkbremse, Wegfahrsperre und dem Freilauf, mit dem sich der Rollstuhl bei leerem Akku schieben lässt.

Wenn Sie im Rollstuhl sitzend im Auto mitfahren wollen, brauchen Sie ein dafür vorgesehenes Modell. Hersteller weisen eine Prüfung nach ISO 7176-19 für den Transport von Personen im Rollstuhl sitzend im Fahrzeug aus; ohne diese Angabe fragen Sie vor der Fahrt Hersteller oder Fachhandel. Das Hilfsmittelverzeichnis sieht eine Rollstuhlsicherung im Kraftfahrzeug nur in bestimmten Fällen als Kassenleistung vor, etwa für den Schulbesuch von Kindern und Jugendlichen.

Quellen: Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands, Produktgruppe 18 „Kranken-/ Behindertenfahrzeuge“ (Fassung vom 19.02.2024, abgerufen am 19.10.2026); Herstellerseite zur Steuerung per Blick; Herstellerseite mit Hinweis auf Crashtest nach ISO 7176-19

Welche Elektrorollstühle gibt es? Herstellerangaben im Überblick

Die Tabelle zeigt zehn Modelle von sechs Herstellern mit Angaben, die die Hersteller selbst veröffentlichen; sie ist eine Auswahl ohne Bewertung und ohne Empfehlung.

Alle Werte stammen von der jeweiligen Herstellerseite oder aus dem Datenblatt und wurden am 19.10.2026 gelesen. „k. A.“ bedeutet, dass der Hersteller dazu keine Angabe macht; in der Spalte „faltbar“ steht „ja“ nur, wenn der Hersteller die Faltbarkeit selbst angibt, bei „k. A.“ nennt die Herstellerseite keine Faltfunktion. Reichweiten gelten unter Prüfbedingungen und können im Alltag abweichen; manche Hersteller geben mehrere Werte je nach Batterie und Fahrstufe an.

Die Tabelle sagt nichts darüber, ob ein Modell für Sie geeignet ist oder von Ihrer Krankenkasse bewilligt würde. Dafür sind Probefahrt, Beratung und Verordnung nötig. Reisemodelle vertieft der Ratgeber faltbarer Elektrorollstuhl.

Elektrorollstühle: Herstellerangaben zu zehn Modellen
ModellHerstellerEinsatzHöchstgeschwindigkeit (km/h)Reichweite (km)Max. Nutzergewicht (kg)FaltbarQuelle
iChair MC2MeyraInnen und Außen6 bis 1025 bis 30 (Batterie 43/50 Ah), 35 bis 40 (63/73 Ah)160k. A.Herstellerseite Meyra (iChair MC2)
Optimus 2MeyraAußen6, 10 oder 15bis 111 bei 6, bis 76 bei 10, bis 77 bei 15 (je nach Batterie)150 (bei 15 km/h: 120)k. A.Herstellerseite Meyra (Optimus 2)
iTravelMeyrak. A. („Reise und Freizeit“)68 bis 12120jaHerstellerseite Meyra (iTravel)
Storm 4InvacareAußen, auch unebenes Gelände6 und 10bis zu 37150k. A.Herstellerbroschüre Invacare, 07/2026 (Storm 4)
AVIVA RX10Invacare„jede Umgebung“ (kompakt für enge Räume)6bis zu 29,2136k. A.Herstellerbroschüre Invacare, 07/2026 (AVIVA RX10)
KompasInvacarek. A.6bis zu 11115jaHerstellerbroschüre Invacare, 07/2026 (Kompas)
Q500 M SEDEO LITESunrise MedicalInnen und Außen6, 10 oder 13bis 40 (mit 80-Ah-Batterien)136k. A.Herstellerseite Sunrise Medical (Q500 M SEDEO LITE)
Juvo B4OttobockInnen und Außen6 (Höchstgeschwindigkeit laut Datenblatt: 10)ca. 35 (56-Ah-AGM) bzw. ca. 45 (62/63-Ah-Gel)140k. A.Herstellerseite Ottobock (Juvo B4)
M3 CorpusPermobil„innen wie außen“6 und 10k. A.150k. A.Herstellerseite Permobil (M3 Corpus)
Jazzy SelectPrideAnwendungsklasse B (laut Datenblatt)bis 7 (einstellbar)bis 31,2 (Select), bis 21 (Select 6)136 (Zuladung)k. A.Herstellerdatenblatt Pride (Jazzy Select, Mai 2020)
Angaben laut Hersteller, Stand 19.10.2026, ohne Gewähr. Keine Bewertung, keine Empfehlung, keine Vollständigkeit.

Führerschein, Versicherung, Gehweg: Was gilt für Elektrorollstühle?

Für einsitzige motorisierte Krankenfahrstühle mit bauartbedingt höchstens 15 km/h brauchen Sie keine Fahrerlaubnis; eine Kfz-Haftpflichtversicherung ist Pflicht, wenn die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit 6 km/h übersteigt, und auf dem Gehweg gilt Schrittgeschwindigkeit.

Fahrerlaubnis: § 4 Abs. 1 FeV nimmt motorisierte Krankenfahrstühle von der Fahrerlaubnispflicht aus. Die Verordnung beschreibt sie als einsitzige, zum Gebrauch durch körperlich behinderte Personen bestimmte Fahrzeuge mit Elektroantrieb, höchstens 300 kg Leermasse einschließlich Batterien, höchstens 500 kg zulässiger Gesamtmasse, höchstens 15 km/h bauartbedingter Höchstgeschwindigkeit und höchstens 110 cm Breite. Schnellere Fahrzeuge fallen nicht darunter.

Versicherung: Der Halter eines „Fahrzeugs“ muss eine Kfz-Haftpflichtversicherung abschließen (§ 1 PflVG). Als Fahrzeug gilt ein ausschließlich maschinell angetriebenes Kraftfahrzeug, dessen bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit 6 km/h übersteigt (§ 1a). Bei motorisierten Krankenfahrstühlen weist ein Versicherungskennzeichen die Versicherung nach; es gilt für ein Verkehrsjahr vom 1. März bis Ende Februar, die Bescheinigung ist mitzuführen (§ 52 FZV). Modelle bis 6 km/h fallen nach dieser Begriffsbestimmung nicht unter die Pflicht; ob Ihre private Haftpflicht- oder Hausratversicherung das Gerät abdeckt, steht in den Vertragsbedingungen. Für Diebstahl und Schäden am Gerät bieten Versicherer teils eigene Policen an. Ein von der Kasse überlassenes Gerät sollten Sie diebstahlsicher unterbringen; das Hilfsmittelverzeichnis weist diese Pflicht den Versicherten zu.

Gehweg und Straße: Mit Krankenfahrstühlen und anderen Rollstühlen darf dort gefahren werden, wo Fußgängerverkehr zulässig ist, jedoch nur mit Schrittgeschwindigkeit (§ 24 Abs. 2 StVO). Welche Wege bei höheren Fahrstufen in Frage kommen, hängt von Modell und örtlicher Verkehrsregelung ab. In Bus und Bahn gelten Höchstmaße und -gewichte der Verkehrsunternehmen, ein Beispiel mit Zahlen steht im Ratgeber zu faltbaren Modellen. Die Angaben ersetzen keine Rechtsberatung.

Quellen: § 4 FeV, Erlaubnispflicht für das Führen von Kraftfahrzeugen; § 1 PflVG, Versicherungspflicht; § 1a PflVG, Begriffsbestimmungen; § 52 FZV, Versicherungskennzeichen; § 24 StVO, Besondere Fortbewegungsmittel; Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands, Produktgruppe 18 „Kranken-/ Behindertenfahrzeuge“ (Fassung vom 19.02.2024, abgerufen am 19.10.2026)

Was sollten Sie bei Probefahrt und Beratung prüfen?

Fahren Sie das Modell in Ihrer eigenen Umgebung Probe, mit Ihrer Sitzposition und Ihren Wegen, und lassen Sie sich Anpassung, Akku, Service und Transport erklären, bevor Sie einen Antrag stellen.

Manche Hersteller stellen Vorlagen für einen Erprobungsbericht bereit, mit dem Fachhandel und Therapie die Probefahrt dokumentieren. Er kann Ihren Antrag stützen; fragen Sie das Sanitätshaus danach. Lassen Sie sich Preis und Ausstattung im Kostenvoranschlag aufschlüsseln.

  • Wohnung: Türen, Flure, Aufzug, Wenden, Rückwärtsfahren
  • Draußen: Bordstein, Rampe, Kopfsteinpflaster, Gefälle und Kurven in verschiedenen Fahrstufen
  • Sitzen über mehrere Minuten: Druckstellen, Haltung, Armauflage, Erreichbarkeit des Bedienmoduls
  • Umsetzen: Armlehnen, Fußplatten, Höhe zu Bett und Toilette
  • Bremsen und Anfahren: sanft anfahren, kontrolliert anhalten, Verhalten am Hang
  • Akku: Typ, Ladeanzeige, Ladezeit, Ladeort, Verfügbarkeit eines Ersatzakkus
  • Transport: Maße, Gewicht der schwersten Einzelteile, Kofferraum, Rampe, Bahn, Aufzug
  • Service: Ansprechpartner bei Störungen, Reparaturdauer, Ersatzgerät
  • Freilauf: Wie lässt sich der Rollstuhl bei leerem Akku schieben?
  • Dokumente: deutsche Gebrauchsanweisung, Konformitätserklärung, Hilfsmittelnummer, bestätigte Einweisung

So gehen Sie vor: vom Bedarf zur Entscheidung

Diese Reihenfolge hilft, Auswahl und Antrag sauber zu trennen. Der Weg von der Verordnung bis zur Lieferung steht im Ratgeber zu Kosten und Krankenkasse.

  1. 1Bedarf und Wege beschreibenNotieren Sie Ihre täglichen Wege, Hindernisse und Entfernungen. Messen Sie Türen, Flure und Aufzüge und notieren Sie, wo der Elektrorollstuhl abgestellt und geladen werden soll.
  2. 2Ärztlich und therapeutisch abklären lassenLassen Sie klären, ob ein Elektrorollstuhl oder eine einfachere Lösung passt und ob Sie ihn sicher führen können. Die Verordnung ist die Grundlage für den Antrag bei der Krankenkasse.
  3. 3Fachhandel auswählen und beraten lassenWählen Sie unter den Vertragspartnern Ihrer Kasse ein Sanitätshaus mit Erfahrung in Elektrorollstühlen und fragen Sie, ob Beratung und Erprobung auch bei Ihnen zu Hause möglich sind. Wenn Sie möchten, können Sie über die Anfrage auf dieser Seite Sanitätshäuser aus Ihrer Region um ein Angebot bitten; das ist kostenlos und unverbindlich, DocPauli berät und bewertet dabei nicht.
  4. 4Zwei bis drei Modelle probefahrenFahren Sie die Modelle in Wohnung und Umgebung und arbeiten Sie die Checkliste ab. Vergleichen Sie Einsatzbereich, Antriebsart, Sitz, Akku und Service, nicht nur den Preis.
  5. 5Ausstattung festlegenEntscheiden Sie über Sitzsystem, Steuerung, Akku, Beleuchtung und Zubehör. Trennen Sie Notwendiges von Wünschen, denn Mehrkosten tragen Sie selbst.
  6. 6Kostenvoranschlag und Antrag vorbereitenLassen Sie den Kostenvoranschlag mit Hilfsmittelnummer, Ausstattung und Begründung erstellen. Wie Antrag, Fristen und Widerspruch laufen, lesen Sie im Ratgeber Kosten und Krankenkasse.
  7. 7Nach der Lieferung prüfenLassen Sie sich einweisen, prüfen Sie Fahrverhalten, Sitz und Bedienung im Alltag und melden Sie Mängel sofort. Klären Sie, wer bei Defekt, Reifen- oder Akkuproblemen zuständig ist.

Häufige Fragen

Braucht man für einen Elektrorollstuhl einen Führerschein?

Für motorisierte Krankenfahrstühle gilt eine Ausnahme von der Fahrerlaubnispflicht, wenn sie einsitzig sind, Elektroantrieb haben, höchstens 300 kg Leermasse einschließlich Batterien, höchstens 500 kg zulässige Gesamtmasse und höchstens 110 cm Breite besitzen und bauartbedingt nicht schneller als 15 km/h fahren (§ 4 FeV). Das Hilfsmittelverzeichnis setzt außerdem voraus, dass Sie das Fahrzeug sicher führen können.

Muss ich meinen Elektrorollstuhl versichern?

Eine Kfz-Haftpflichtversicherung ist Pflicht für Halter von Fahrzeugen, deren bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit 6 km/h übersteigt (§§ 1, 1a Pflichtversicherungsgesetz). Als Nachweis dient bei motorisierten Krankenfahrstühlen ein Versicherungskennzeichen, das jeweils vom 1. März bis Ende Februar gilt (§ 52 FZV). Bei Modellen bis 6 km/h besteht diese Pflicht nicht; prüfen Sie dennoch, ob Ihre private Haftpflicht das Gerät abdeckt.

Darf ich mit dem Elektrorollstuhl auf dem Gehweg fahren?

Mit Krankenfahrstühlen und anderen Rollstühlen darf dort gefahren werden, wo Fußgängerverkehr zulässig ist, jedoch nur mit Schrittgeschwindigkeit (§ 24 Abs. 2 StVO). Wo und wie schnell Sie bei höheren Fahrstufen auf Fahrbahn oder Radweg unterwegs sein dürfen, hängt von Modell und örtlicher Verkehrsregelung ab. Fragen Sie dazu den Fachhandel oder die Verkehrsbehörde vor Ort.

Wie weit fährt ein Elektrorollstuhl mit einer Akkuladung?

Das hängt von Modell, Batterie und Fahrstufe ab. Die Herstellerangaben in der Modelltabelle reichen von 8 bis 12 Kilometern bei einem Reisemodell bis zu 111 Kilometern bei einem Außenmodell mit größter Batterie und 6 km/h. Diese Werte entstehen unter Prüfbedingungen; Gelände, Gewicht, Temperatur, Reifen und Akkuzustand verkürzen die Strecke im Alltag. Planen Sie deshalb mit Reserve.

Wie wird ein Elektrorollstuhl geladen, und wie lange dauert das?

Geladen wird am mitgelieferten Ladegerät an der Steckdose, häufig über Nacht. Ein Datenblatt nennt als Obergrenze 12 Stunden; die tatsächliche Zeit hängt von Akkutyp, Kapazität und Ladegerät ab. Hersteller raten, nur das mitgelieferte Ladegerät zu verwenden, trocken zu laden und den Akku nicht vollständig zu entladen. Planen Sie einen Ladeplatz mit Steckdose ein.

Was ist der Unterschied zwischen Elektrorollstuhl und Elektromobil?

Ein Elektrorollstuhl wird meist mit einem Joystick gefahren und ist für Wohnung und Umgebung gebaut. Ein Elektromobil, auch Scooter genannt, wird mit einem Lenker gesteuert und dient vor allem längeren Wegen im Freien, wenn Sitzen und Lenken sicher möglich sind. Beide führt das Hilfsmittelverzeichnis in der Produktgruppe 18. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Elektromobil.

Kann ein Elektrorollstuhl Bordsteine und Treppen überwinden?

Datenblätter nennen eine maximale Hindernishöhe; in den Datenblättern, die für diese Seite gelesen wurden, liegt sie je nach Modell zwischen 40 und 110 Millimetern; bei manchen Modellen ist mit Bordsteinhilfe mehr möglich als ohne. Treppen überwindet ein Elektrorollstuhl nicht. Dafür gibt es Treppenlifte oder Treppenfahrzeuge. Fahren Sie die Bordsteine Ihrer Wege vor dem Kauf ab, damit Sie sehen, ob das Modell sie sicher nimmt.

Wie schnell fährt ein Elektrorollstuhl?

Üblich sind Fahrstufen von 6 bis 10 km/h, teils bis 13; die Herstellerangaben in der Modelltabelle reichen bis 15 km/h bei einem Außenmodell. Bis 15 km/h bauartbedingter Höchstgeschwindigkeit entfällt die Fahrerlaubnis, über 6 km/h gilt die Pflicht zur Haftpflichtversicherung. Auf Gehwegen dürfen Sie nur Schrittgeschwindigkeit fahren. Lassen Sie sich die Obergrenze Ihres Modells im Datenblatt zeigen.

Wie lange hält der Akku eines Elektrorollstuhls?

Eine feste Lebensdauer lässt sich nicht nennen: Sie hängt vom Akkutyp (Blei-Gel, AGM oder Lithium-Ionen), von Nutzung, Ladegewohnheiten und Lagerung ab. Hersteller raten, Akkus trocken zu lagern, nicht vollständig zu entladen und bei seltener Nutzung regelmäßig nachzuladen. Akkus sind Verschleißteile; wie ein Austausch bei Kassenversorgung abläuft, klären Sie vorab mit Kasse und Sanitätshaus.

Darf ich im Elektrorollstuhl sitzend im Auto mitfahren?

Nur mit einem Modell, das der Hersteller dafür ausweist, und mit geeigneter Rückhaltung im Fahrzeug. Manche Datenblätter nennen eine bestandene Prüfung nach ISO 7176-19 für den Transport sitzender Personen im Fahrzeug. Ob Ihr Modell dafür vorgesehen ist, steht im Datenblatt und in der Gebrauchsanweisung; ohne eindeutige Angabe fragen Sie Hersteller oder Fachhandel, bevor Sie sitzend mitfahren.

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