Homelift: Hausaufzug und Plattformaufzug für das Einfamilienhaus
Ein Homelift ist ein kleiner Aufzug für das eigene Haus, der zu Fuß, mit Rollator oder im Rollstuhl mehrere Etagen verbindet. Dieser Ratgeber erklärt Bauarten, Platzbedarf, Bauarbeiten, Genehmigung, Normen, Wartung und Förderung und hilft bei der Wahl zwischen Homelift, Treppenlift und Umzug.
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Kurz gefasst
Ein Homelift ist ein kompakter Aufzug für Ein- und Zweifamilienhäuser, meist als langsam fahrender Plattformaufzug mit Kabine oder offener Plattform. Er verbindet zwei oder mehr Etagen, nimmt je nach Größe auch einen Rollstuhl mit und braucht einen Schacht, ein Schachtgerüst oder eine Öffnung in der Decke.
Gegenüber einem Treppenlift ist der Eingriff ins Haus größer: Deckendurchbruch, Statik, Stromanschluss und je nach Land eine Genehmigung. Dafür bleibt die Treppe frei, und der Lift kann Rollstuhl, Einkäufe und Begleitperson befördern. Die Pflegekasse kann bei Pflegegrad bis zu 4.180 Euro je Maßnahme zuschießen (§ 40 Abs. 4 SGB XI), die KfW nennt Aufzugsanlagen im Kredit 159 als förderfähig.
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Was ist ein Homelift, und wie unterscheidet er sich von Personenaufzug und Hublift?
Ein Homelift ist ein kleiner, langsam fahrender Aufzug für das Wohnhaus; fährt er nicht schneller als 0,15 Meter pro Sekunde, gilt für ihn das Maschinenrecht statt der Aufzugsrichtlinie, und anders als ein Hublift verbindet er ganze Etagen.
Nach Angaben der EU-Kommission gilt die Aufzugsrichtlinie 2014/33/EU für Aufzüge, die Personen befördern und schneller als 0,15 Meter pro Sekunde fahren. Alle anderen Aufzüge und Hebeeinrichtungen fallen unter die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG; ab dem 20. Januar 2027 gilt verbindlich die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230. Zwei Herstellerseiten nennen für ihre Homelifte eine Geschwindigkeit von bis zu 0,15 Metern pro Sekunde. Für vertikale Plattformaufzüge für Personen mit eingeschränkter Mobilität gibt es die europäische Norm EN 81-41.
Ein Hublift ist dagegen eine offene Hubplattform für kleinere Höhenunterschiede, etwa am Hauseingang, ohne Durchbruch durch eine Decke. Ein Homelift verbindet Geschosse, fährt durch die Decke und hat je nach Bauart eine geschlossene Kabine oder eine Plattform in einem verkleideten Schacht. Manche Hersteller sprechen auch von Mini-Aufzug oder Hausaufzug; das Glossar erklärt die Begriffe.
| Merkmal | Homelift | Personenaufzug | Hublift |
|---|---|---|---|
| Rechtsrahmen | Maschinenrecht, wenn höchstens 0,15 m/s | Aufzugsrichtlinie 2014/33/EU, wenn schneller als 0,15 m/s | Maschinenrecht, wenn höchstens 0,15 m/s |
| Typischer Einsatz | zwei oder mehr Etagen im Wohnhaus | Mehrfamilienhaus, öffentliche Gebäude | Eingang, Terrasse, Zwischenebene |
| Bauweise | Kabine oder Plattform, mit Schacht, Schachtgerüst oder Deckenöffnung | Kabine im Schacht | offene Plattform mit Umwehrung |
Quellen: EU-Kommission: Lifts, Anwendungsbereich der Aufzugsrichtlinie 2014/33/EU (abgerufen am 19.10.2026); EU-Kommission: Machinery, Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 ab 20.01.2027 (abgerufen am 19.10.2026); DIN Media: EN 81-41, Vertikale Plattformaufzüge für Personen mit eingeschränkter Mobilität; HIRO LIFT: Homelift HIRO A4 (abgerufen am 19.10.2026); HIRO LIFT: Homelift HIRO C4 (abgerufen am 19.10.2026)
Welche Bauarten gibt es: mit Schacht, Schachtgerüst, ohne Schacht oder außen?
Homelifte fahren in einem gemauerten Schacht, in einem selbsttragenden, verkleideten Schachtgerüst, als Kabine ohne Schacht durch eine Deckenöffnung oder in einer Außenkonstruktion an der Fassade.
Ein Anbieter liefert ein Modell als Komplettsystem mit Schacht und ein anderes wahlweise mit oder ohne Schacht; ein weiterer Hersteller beschreibt einen Homelift für zwei Etagen, der durch eine einfache Bodenöffnung fährt. Welche Bauart passt, hängt vom Grundriss ab: Der Lift braucht auf allen Etagen dieselbe Stelle, mit Zugang von Flur oder Wohnraum, zum Beispiel im Treppenauge, in einem Abstellraum oder an der Außenwand. Zu Witterung und Winterbetrieb im Freien lesen Sie mehr im Ratgeber Treppenlift außen.
| Bauart | Kennzeichen | Beachten Sie |
|---|---|---|
| Im bauseitigen Schacht | Schacht aus Mauerwerk oder Beton, etwa im Neubau oder bei größerem Umbau | Platz und Statik für den Schacht, längere Bauzeit |
| Selbsttragendes Schachtgerüst | Gerüst, verkleidet zum Beispiel mit Stahlblech, Kunststoff, Acrylglas oder Sicherheitsglas | Aufstellfläche, Deckenöffnung, Wirkung im Wohnraum |
| Ohne Schacht | geschlossene Kabine fährt durch eine Öffnung in der Decke | Verschluss der Öffnung, Sicherung beider Ebenen, Kopfhöhe |
| Außen an der Fassade | Rahmenkonstruktion mit Wetterschutz und gedämmten Türen | Genehmigung, Abstandsflächen, Zugang ins Haus, Winterbetrieb |
| Offene Plattform | Plattform statt Kabine, nach Herstellerangaben für Rollstuhlnutzer geeignet | Absicherung der offenen Seiten, Bedienung |
Quellen: HIRO LIFT: Homelift, Übersicht (abgerufen am 19.10.2026); HIRO LIFT: Homelift HIRO A4 (abgerufen am 19.10.2026); HIRO LIFT: Homelift HIRO C4 (abgerufen am 19.10.2026); Handicare: Homelift Luma (Savaria) (abgerufen am 19.10.2026)
Wie viel Platz braucht ein Homelift?
Hersteller nennen für kompakte Modelle Grundflächen von knapp unter bis gut über einem Quadratmeter; dazu kommen Kopfhöhe im obersten Geschoss, je nach Modell eine flache Grube und Bewegungsfläche vor den Türen.
Ein Hersteller gibt für die schachtlose Variante seiner Homelifte weniger als einen Quadratmeter Grundfläche an. Für einen Rollstuhl zählt die nutzbare Fläche; für ein Modell nennt derselbe Hersteller Plattformen von 800 x 1.217 bis 1.100 x 1.467 Millimetern. Messen Sie Ihren Rollstuhl mit Fußrasten; eine zweite Tür auf der gegenüberliegenden Seite erspart das Wenden, braucht aber auf beiden Seiten Platz.
Planen Sie auf jeder Etage eine freie Fläche vor der Tür ein, damit Sie mit Rollator oder Rollstuhl ankommen, die Tür öffnen und einsteigen können. Weitere Modelle mit veröffentlichten Kennwerten zeigt der Vergleich der Homelifte; Anbieter finden Sie im Herstellerverzeichnis.
| Modell | Förderhöhe | Haltestellen | Weitere Angaben | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| Handicare (Savaria) Luma | bis 3 m | 2 Etagen | Grundfläche 97 x 120 cm, Kabinenhöhe 2.000 mm (optional 1.900 mm), fährt durch eine Bodenöffnung | Handicare: Homelift Luma (Savaria) (abgerufen am 19.10.2026) |
| HIRO A4 | innen bis 20 m, außen bis 16 m | bis 6 | Tragkraft je nach Ausführung 300 bis 1.000 kg, bis 0,15 m/s, keine Grube nötig | HIRO LIFT: Homelift HIRO A4 (abgerufen am 19.10.2026) |
| HIRO C4 | bis 15 m | bis 6 | Tragkraft 525 oder 630 kg je nach Kabine, Grube 100 mm, Schachtkopf 2.500 mm, bis 0,15 m/s | HIRO LIFT: Homelift HIRO C4 (abgerufen am 19.10.2026) |
Quellen: HIRO LIFT: Homelift, Übersicht (abgerufen am 19.10.2026); HIRO LIFT: Homelift HIRO A4 (abgerufen am 19.10.2026); Handicare: Homelift Luma (Savaria) (abgerufen am 19.10.2026)
Welche Bauarbeiten fallen an: Deckendurchbruch, Statik und Brandschutz?
Für einen Homelift im Haus wird mindestens eine Decke geöffnet; dafür braucht es eine Tragwerksplanung, eine Lösung für Brand- und Schallschutz, einen Stromanschluss und je nach Modell eine flache Grube.
Der Deckendurchbruch ist der größte Eingriff. Ob und wo er möglich ist, hängt von der Deckenkonstruktion ab, etwa Holzbalken oder Stahlbeton. Lassen Sie das von einer Tragwerksplanerin oder einem Tragwerksplaner prüfen, bevor Sie bestellen, und klären Sie, wer diese Planung beauftragt und bezahlt. Die Verbraucherzentrale nennt Statik, Brandschutz und Fluchtwege schon beim Treppenlift als Prüfpunkte; beim Homelift gilt das erst recht.
Welche Brand- und Schallschutzanforderungen für die Öffnung zwischen den Geschossen gelten, richtet sich nach Landesbauordnung, Gebäudeklasse und Bauart des Lifts. Fragen Sie den Anbieter, wie die Öffnung im Ruhezustand verschlossen ist, und lassen Sie sich das im Angebot bestätigen.
Elektrisch nennen Hersteller je nach Modell und Tragkraft einen 230-Volt- oder 400-Volt-Anschluss; die Zuleitung legt eine Elektrofachkraft. Manche Modelle brauchen eine flache Grube im untersten Geschoss, andere keine. Rechnen Sie mit Staub, Lärm, Maler- und Elektroarbeiten an den Anschlussstellen; die Montagedauer nennt das Angebot.
Quellen: Verbraucherzentrale: Treppenlifte, Planung und Umsetzung (Stand 20.01.2026); HIRO LIFT: Homelift HIRO A4 (abgerufen am 19.10.2026); HIRO LIFT: Homelift HIRO C4 (abgerufen am 19.10.2026)
Braucht ein Homelift eine Baugenehmigung?
Das regelt jedes Bundesland in seiner Bauordnung; je nach Land, Bauart und Lage kann ein Homelift verfahrensfrei oder genehmigungspflichtig sein, deshalb fragen Sie vor der Bestellung beim Bauamt nach.
Eine bundesweit einheitliche Antwort gibt es nicht. Die Verbraucherzentrale weist schon für Treppenlifte darauf hin, dass je nach Bundesland eine Baugenehmigung nötig sein kann und dass Brandschutz und Fluchtwege zu beachten sind. Ein Homelift greift stärker ein: Er öffnet Decken und steht bei der Außenvariante an der Fassade, wo Abstandsflächen, Bebauungsplan und Denkmalschutz eine Rolle spielen können. Fragen Sie das Bauamt mit Grundriss, Skizze und Herstellerunterlagen, ob ein Antrag nötig ist, und vereinbaren Sie schriftlich, wer Genehmigungen einholt.
Mieterinnen und Mieter können nach § 554 BGB verlangen, dass bauliche Veränderungen für den Gebrauch durch Menschen mit Behinderungen erlaubt werden, soweit das zumutbar ist; in einer Eigentümergemeinschaft gilt § 20 Abs. 2 WEG, über die Durchführung beschließt die Gemeinschaft. Holen Sie Zustimmung oder Beschluss früh ein. Hinweise gibt der Ratgeber Treppenlift in der Mietwohnung; bei Rechtsfragen helfen Mieterverein, Verbraucherzentrale oder eine Anwältin oder ein Anwalt.
Quellen: Verbraucherzentrale: Treppenlifte, Planung und Umsetzung (Stand 20.01.2026); § 554 BGB, Barrierereduzierung; § 20 WEG, Bauliche Veränderungen
Welche Normen und Sicherheitseinrichtungen sind wichtig?
Fragen Sie nach CE-Kennzeichnung, Konformitätserklärung und der Norm EN 81-41; zur Ausstattung gehören ein Notruf mit Sprechverbindung, Notablass oder Notstrom, gesicherte Türen, Hinderniserkennung und ein Nothalt.
Eine Maschine, die vor dem 20. Januar 2027 in Verkehr gebracht wird, muss der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG entsprechen; ab diesem Tag gilt verbindlich die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230. Lassen Sie sich Konformitätserklärung und Betriebsanleitung aushändigen und fragen Sie, nach welcher Norm das Modell gebaut ist; manche Herstellerseiten nennen nur die CE-Kennzeichnung.
Zur Ausstattung nennen Hersteller zum Beispiel einen Notruf mit Gegensprechfunktion und Fernüberwachung, eine Notstromfunktion für bis zu fünf Fahrten bei Stromausfall, einen akkubetriebenen Notablass, Lichtschranken in den Türen, Hinderniserkennung und einen Nothalt. Fragen Sie, wohin der Notruf geht und wer ihn rund um die Uhr annimmt.
- CE-Kennzeichnung, Konformitätserklärung und angewandte Norm sind im Angebot genannt.
- Der Notruf erreicht eine ständig besetzte Stelle.
- Sie wissen, was bei Stromausfall passiert und wie Sie die Kabine verlassen.
- Die Einweisung umfasst Nothalt, Notablass und Verhalten bei Störungen.
Quellen: DIN Media: EN 81-41, Vertikale Plattformaufzüge für Personen mit eingeschränkter Mobilität; EU-Kommission: Machinery, Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 ab 20.01.2027 (abgerufen am 19.10.2026); EU-Kommission: Lifts, Anwendungsbereich der Aufzugsrichtlinie 2014/33/EU (abgerufen am 19.10.2026); Handicare: Homelift Luma (Savaria) (abgerufen am 19.10.2026); HIRO LIFT: Homelift HIRO A4 (abgerufen am 19.10.2026); HIRO LIFT: Homelift, Übersicht (abgerufen am 19.10.2026)
Was bestimmt die Kosten eines Homelifts?
Die Kosten hängen von Förderhöhe, Zahl der Haltestellen, Bauart mit oder ohne Schacht, Kabinengröße, Türen, Innen- oder Außenaufstellung und vor allem von den Bauarbeiten ab; belastbare Zahlen nennt erst ein Angebot nach Besichtigung.
Vergleichen Sie Angebote nur, wenn sie dieselben Positionen enthalten, und achten Sie darauf, ob Bauarbeiten im Preis enthalten sind oder bauseits erbracht werden müssen. DocPauli nennt bewusst keine Marktpreise. Eine Gegenüberstellung von Homelift, Treppenlift und Umzug über mehrere Jahre bietet der Kostenvergleich.
- Förderhöhe und Zahl der Haltestellen.
- Kabine oder offene Plattform, nutzbare Fläche und Tragkraft.
- Schacht: bauseits, Schachtgerüst mit Verkleidung oder ohne Schacht.
- Türen: Zahl, Ausführung, automatische Öffnung, Zugang auf zwei Seiten.
- Aufstellung innen oder außen mit Wetterschutz und gedämmten Türen.
- Bauarbeiten: Deckendurchbruch, Statik, Grube, Brand- und Schallschutz, Maler- und Elektroarbeiten.
- Planung und Genehmigung, gegebenenfalls mit Architektin oder Architekt.
- Folgekosten: Wartungsvertrag, Notrufaufschaltung, Strom und Reparaturen.
Quellen: HIRO LIFT: Homelift HIRO A4 (abgerufen am 19.10.2026); Handicare: Homelift Luma (Savaria) (abgerufen am 19.10.2026)
Welche Wartung und welcher Notruf sind nötig?
Planen Sie einen Wartungsvertrag mit festen Intervallen, eine Notrufverbindung, die rund um die Uhr besetzt ist, und einen Ablauf für Störungen ein; Intervalle und Pflichten nennt die Betriebsanleitung.
Die Stiftung Warentest rät schon beim Treppenlift, den Wartungsvertrag vor der Unterschrift zu prüfen: was der Service kostet, wie oft Termine vorgesehen sind und wer wartet. Die Verbraucherzentrale empfiehlt klare Regelungen zu Häufigkeit und Kosten der Inspektionen und eine Notrufnummer für Störungen. Beim Homelift kommt der Notruf in der Kabine hinzu; klären Sie, wer ihn annimmt, wie schnell jemand vor Ort ist und welche Telefon- oder Mobilfunkverbindung er braucht.
Ob wiederkehrende Prüfungen durch eine Prüfstelle vorgeschrieben sind, hängt von Bauart, Rechtsrahmen und Nutzung ab, etwa davon, ob der Lift auch gewerblich genutzt wird; lassen Sie sich das vom Hersteller schriftlich erläutern. Für Alleinlebende ergänzt ein Hausnotruf den Notruf in der Kabine. Mehr zu Wartungsverträgen steht im Ratgeber Treppenlift-Wartung.
Quellen: Stiftung Warentest: Treppenlifteinbau im Überblick (10.05.2022); Verbraucherzentrale: Treppenlifte, Planung und Umsetzung (Stand 20.01.2026); Handicare: Homelift Luma (Savaria) (abgerufen am 19.10.2026); HIRO LIFT: Homelift HIRO A4 (abgerufen am 19.10.2026)
Welche Förderung gibt es für einen Homelift?
In Frage kommen der Zuschuss der Pflegekasse von bis zu 4.180 Euro je Maßnahme, der KfW-Kredit 159 mit bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit, Programme von Ländern und Kommunen und die Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen; der KfW-Zuschuss 455-B ist derzeit nicht beantragbar.
Pflegekasse: Nach § 40 Abs. 4 SGB XI kann sie Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfelds mit höchstens 4.180 Euro je Maßnahme bezuschussen, bei mehreren Pflegebedürftigen in einer Wohnung zusammen höchstens 16.720 Euro. Ob ein Homelift im Einzelfall dazu zählt, entscheidet die Kasse; Voraussetzung ist ein Pflegegrad, und der Antrag gehört vor den Auftrag.
KfW-Kredit 159 „Altersgerecht Umbauen“: Die KfW nennt unter den förderfähigen Maßnahmen ausdrücklich, eine Aufzugsanlage einzubauen, nachzurüsten oder zu verbessern, sowie Senkrecht-, Hebe- und Plattformlifte, mit bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit. Beantragt wird über einen Finanzierungspartner, bevor Liefer- oder Leistungsverträge geschlossen werden; die Förderung steht unter dem Vorbehalt verfügbarer Haushaltsmittel. Für dieselbe Maßnahme lässt sich der Kredit nach Angaben der KfW nicht mit dem Zuschuss der Pflegeversicherung kombinieren.
KfW-Zuschuss 455-B „Barrierereduzierung“: Die KfW hat am 31. Juli 2026 einen Antragstopp gemeldet, weil die Bundesmittel für 2026 mit Anträgen belegt sind. Auf der Produktseite stand am 19. Oktober 2026, dass der Zuschuss nicht mehr beantragt werden kann; Anträge sollen wieder möglich werden, falls 2027 erneut Bundesmittel bereitgestellt werden. Bestehende Zusagen bleiben gültig.
Steuer: Für die Arbeitskosten kann nach § 35a Abs. 3 EStG eine Ermäßigung von 20 Prozent, höchstens 1.200 Euro, in Betracht kommen, nicht aber für öffentlich geförderte Maßnahmen mit zinsverbilligtem Darlehen oder steuerfreiem Zuschuss und nicht, soweit die Kosten als außergewöhnliche Belastung berücksichtigt werden. Mehr im Ratgeber Treppenlift und Steuer; Programme der Länder finden Sie unter Regionen.
Mehr dazu: Zuschuss der Pflegekasse · Zuschuss- und Eigenanteilsrechner
Quellen: § 40 SGB XI, Pflegehilfsmittel und wohnumfeldverbessernde Maßnahmen; KfW: Altersgerecht Umbauen, Kredit 159 (abgerufen am 19.10.2026); KfW: Meldung vom 31.07.2026, Antragstopp Zuschuss Barrierereduzierung; KfW: Zuschuss 455-B Barrierereduzierung, Produktseite (abgerufen am 19.10.2026); § 35a EStG, Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen; Verbraucherzentrale: Wohnungsanpassung für pflegebedürftige Menschen (Stand 24.04.2026)
Homelift, Treppenlift oder Umzug: Was passt besser?
Ein Treppenlift ist der kleinere Eingriff, ein Homelift die umfassendere Lösung für Rollstuhl und mehrere Etagen, und ein Umzug in eine barrierefreie Wohnung kann die passendere Lösung sein, wenn ohnehin weitere Umbauten anstehen.
Rechnen Sie nicht nur den Kaufpreis, sondern auch Wartung, Strom, Reparaturen und die Zeit, in der Sie die Lösung voraussichtlich nutzen. Der Kostenvergleich stellt Homelift, Treppenlift und Umzug über mehrere Jahre gegenüber. Wer über einen Wechsel der Wohnform nachdenkt, findet Hinweise unter Seniorenumzug und Betreutes Wohnen; neutral berät die Pflegeberatung.
Ein Treppenlift kann als Sitzlift, Stehlift oder Plattformlift ausgeführt sein. Muss ein Rollstuhl nur gelegentlich und mit Begleitperson über die Treppe, kommt auch ein mobiler Treppensteiger in Frage.
| Merkmal | Homelift | Treppenlift | Umzug |
|---|---|---|---|
| Eingriff ins Haus | groß: Decke, Statik, Strom | gering bis mittel: Schiene an der Treppe | keiner, dafür Umzug und neue Wohnung |
| Rollstuhl | fährt mit, je nach Kabinengröße | nur mit Plattformlift | abhängig von der neuen Wohnung |
| Treppe | bleibt frei | Schiene und geparkter Lift bleiben an der Treppe | entfällt |
| Mitfahrende und Lasten | Begleitperson und Einkäufe je nach Tragkraft | in der Regel nur die Person | entfällt |
| Planung und Dauer | lang: Statik, Genehmigung, Bau | kürzer, bei Kurven Fertigung nach Aufmaß | Wohnungssuche, Umzug, Eingewöhnung |
| Zuschuss der Pflegekasse | möglich, bis 4.180 Euro je Maßnahme | möglich, bis 4.180 Euro je Maßnahme | im Einzelfall bei der Pflegekasse erfragen |
Quellen: § 40 SGB XI, Pflegehilfsmittel und wohnumfeldverbessernde Maßnahmen; Verbraucherzentrale: Treppenlifte, Planung und Umsetzung (Stand 20.01.2026)
So gehen Sie vor
Ein Homelift ist ein Bauprojekt. Diese Reihenfolge hilft, teure Umplanungen zu vermeiden.
- 1Bedarf und Alternativen klärenKlären Sie, wer den Lift nutzt (zu Fuß, mit Rollator oder im Rollstuhl), welche Etagen verbunden werden sollen und ob ein Treppenlift oder ein Umzug ebenfalls in Frage kommt. Neutrale Hilfe geben Wohnberatung und Pflegeberatung.
- 2Standort suchen und Statik prüfen lassenSuchen Sie einen Platz, der auf allen Etagen an derselben Stelle liegt, und lassen Sie die Decke von einer Tragwerksplanung prüfen, bevor Sie bestellen.
- 3Bauamt und Zustimmungen klärenFragen Sie beim Bauamt nach, ob ein Antrag nötig ist. Bei Miete oder Eigentümergemeinschaft holen Sie Erlaubnis oder Beschluss ein.
- 4Förderung vor dem Auftrag beantragenStellen Sie den Antrag bei der Pflegekasse und sprechen Sie über den KfW-Kredit mit einem Finanzierungspartner, bevor Sie Verträge schließen. Den Stand der Programme finden Sie im Ratgeber Treppenlift Zuschuss.
- 5Angebote vergleichenHolen Sie mehrere Angebote mit denselben Positionen ein, einschließlich Bauarbeiten, Notruf und Wartung. Über DocPauli können Sie eine kostenlose, unverbindliche Anfrage stellen, die mit Ihrer Einwilligung an Anbieter in Ihrer Region weitergegeben wird; DocPauli berät nicht selbst und bewertet keine Anbieter.
- 6Abnahme und EinweisungLassen Sie sich Notruf, Notablass und das Verhalten bei Störungen zeigen, nehmen Sie Konformitätserklärung und Betriebsanleitung entgegen und vereinbaren Sie den ersten Wartungstermin.
Häufige Fragen
Wie schnell fährt ein Homelift?
Deutlich langsamer als ein Aufzug im Bürohaus. Zwei Herstellerseiten nennen für ihre Homelifte bis zu 0,15 Meter pro Sekunde; das ist zugleich die Grenze, ab der nach Angaben der EU-Kommission die Aufzugsrichtlinie gilt. Bei drei Metern Förderhöhe dauert eine Fahrt mit dieser Geschwindigkeit rechnerisch etwa 20 Sekunden.
Kann ein Homelift ohne Schacht eingebaut werden?
Ja, Hersteller bieten Modelle ohne Schacht an, bei denen eine geschlossene Kabine durch eine Öffnung in der Decke fährt. Ein Hersteller nennt dafür weniger als einen Quadratmeter Grundfläche. Auch ohne Schacht braucht die Deckenöffnung eine statische Prüfung und eine Lösung für Brand- und Schallschutz.
Darf ein Homelift an der Außenwand angebaut werden?
Technisch ja, Hersteller bieten Außenausführungen mit Rahmenkonstruktion und gedämmten Türen an. Ob der Anbau erlaubt ist, hängt von Landesbauordnung, Bebauungsplan, Abstandsflächen und gegebenenfalls Denkmalschutz ab. Fragen Sie das Bauamt vor der Bestellung und lassen Sie Zugang, Wetterschutz und Winterbetrieb im Angebot beschreiben.
Wie viele Etagen kann ein Homelift verbinden?
Das hängt vom Modell ab. Ein Hersteller nennt für ein kompaktes Modell zwei Etagen und eine Förderhöhe bis drei Meter, ein anderer bis zu sechs Haltestellen und Förderhöhen von 15 Metern und mehr. Für ein Haus mit Keller, Erdgeschoss und Obergeschoss kommen also mehrere Bauarten in Frage.
Was passiert im Homelift bei Stromausfall?
Hersteller nennen zum Beispiel einen akkubetriebenen Notablass, mit dem die Kabine abgesenkt werden kann, oder eine Notstromfunktion für bis zu fünf Fahrten. Fragen Sie, wie Sie die Kabine dann verlassen, ob die Türen entriegeln und ob der Notruf weiter funktioniert. Lassen Sie sich den Ablauf bei der Einweisung vorführen.
Passt ein Rollstuhl in einen Homelift?
Bei vielen Modellen ja; entscheidend sind nutzbare Kabinen- oder Plattformfläche, Türbreite und Tragkraft. Ein Hersteller nennt für ein Modell nutzbare Plattformen bis 1.100 x 1.467 Millimeter. Messen Sie den Rollstuhl mit Fußrasten und prüfen Sie, ob Sie wenden müssen oder ob Türen auf zwei Seiten das Wenden ersparen.
Ist ein Homelift dasselbe wie ein Hublift?
Nein. Ein Hublift ist eine offene Hubplattform für kleinere Höhenunterschiede, etwa am Hauseingang, ohne Durchbruch durch eine Decke. Ein Homelift verbindet ganze Geschosse und fährt durch die Decke, oft in einer Kabine. Für beide ist die Norm EN 81-41 für vertikale Plattformaufzüge einschlägig. Mehr dazu im Ratgeber Hublift.
Fördert die KfW den Einbau eines Homelifts?
Im Kredit „Altersgerecht Umbauen“ (159) nennt die KfW den Einbau oder die Nachrüstung einer Aufzugsanlage als förderfähig, mit bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit; der Antrag läuft vor Vertragsabschluss über einen Finanzierungspartner. Der Investitionszuschuss 455-B war am 19. Oktober 2026 laut KfW nicht beantragbar, weil die Mittel ausgeschöpft sind.
Wie lange dauert es vom Angebot bis zum fertigen Homelift?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Statik, Genehmigung, Förderanträge, Fertigung und Bauarbeiten folgen aufeinander und hängen von Haus, Bundesland und Anbieter ab. Fragen Sie im Angebot nach Lieferzeit und Montagedauer und planen Sie die Wartezeit auf Bescheide von Bauamt und Pflegekasse ein.
Kann ich einen Homelift wieder ausbauen, wenn ich umziehe?
Ausbauen lässt er sich, aber Deckenöffnung und gegebenenfalls Schacht bleiben als bauliche Veränderung zurück und müssen verschlossen oder weitergenutzt werden. Ob sich das Gerät anderswo wieder aufstellen lässt, hängt von Modell und Maßen ab. Klären Sie Rückbau und mögliche Rücknahme vor dem Kauf schriftlich, besonders in einer Mietwohnung.
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