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Stehlift: Treppenlift zum Stehen, mit Stehsitz oder Sattelsitz

Ein Stehlift bringt Sie stehend oder angelehnt die Treppe hinauf, ohne dass Sie sich hinsetzen und wieder aufstehen müssen. Hier lesen Sie, für wen das passt, wie viel Platz er braucht, welche Sicherheitsausstattung zählt und wie Sie vor dem Kauf prüfen, ob Sie im Stehen sicher fahren.

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Kurz gefasst

Ein Stehlift ist ein Treppenlift, auf dem Sie während der Fahrt stehen oder sich an einen schmalen, hoch angesetzten Sitz anlehnen. Er fährt wie ein Sitzlift an einer Schiene entlang der Treppe, verlangt aber nicht, dass Sie Knie und Hüfte stark beugen. Hersteller bieten ihn als eigene Bauart oder als Sitzvariante („Stehsitz“) ihrer Sitzlifte an.

Er kommt vor allem für Menschen in Frage, denen Hinsetzen und Aufstehen schwerfällt oder Schmerzen bereitet, und für sehr schmale Treppen. Voraussetzung ist, dass Sie für die Dauer der Fahrt sicher stehen und sich festhalten können. Die Pflegekasse kann wie bei anderen Treppenliften bis zu 4.180 Euro je Maßnahme zuschießen (§ 40 Abs. 4 SGB XI); den Antrag erklärt der Ratgeber zum Zuschuss.

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Was ist ein Stehlift, und was bedeuten Stehsitz und Sattelsitz?

Ein Stehlift befördert Sie stehend an einer Schiene entlang der Treppe; je nach Ausführung stehen Sie auf einer Fußplatte und lehnen sich an einen schmalen Stehsitz, oder Sie sitzen mit leicht angewinkelten Beinen auf einem Sattelsitz.

Die Begriffe werden nicht einheitlich verwendet. Gemeinsam ist allen Varianten, dass die Beine während der Fahrt weitgehend gestreckt bleiben. Ein Stehsitz ist eine schmale, höher angebrachte Sitzfläche, an die Sie sich mit dem Gesäß anlehnen. Ein Hersteller beschreibt ihn als Sitz für Menschen, denen das Bewegen von Knie- oder Hüftgelenken schwerfällt, und bietet ihn neben dem Standardsitz seines geraden Treppenlifts an. Ein anderer Hersteller beschreibt seinen Sattelsitzlift als Mischung aus Sitz- und Stehlift, bei dem die Beine ähnlich wie auf einem Barhocker leicht angewinkelt sind.

Technisch unterscheidet sich ein Stehlift kaum von einem Sitzlift: Schiene, Antrieb, Akku, Bedienung und Rufstellen sind gleich aufgebaut. Anders sind die Körperhaltung und damit die Anforderungen an Ihr Gleichgewicht. Die Schiene wird für Ihre Treppe gefertigt, bei Kurven nach Aufmaß; für ein Kurvenmodell mit Doppelschiene nennt ein Hersteller den Stehsitz ausdrücklich als Variante. Kurze Erklärungen zu Stehsitz, Parkposition und Akkubetrieb finden Sie im Treppenlift-Glossar.

Quellen: Handicare: Treppenlift 1000 mit Stehsitz (abgerufen am 19.10.2026); Handicare: Treppenlift 4000 mit Stehsitz (abgerufen am 19.10.2026); Lifta: Stehlift (abgerufen am 19.10.2026)

Für wen ist ein Stehlift geeignet, und wer sollte eher sitzen?

Ein Stehlift passt, wenn Sitzen, Hinsetzen oder Aufstehen schmerzt oder kaum möglich ist, Sie aber für die Dauer der Fahrt sicher stehen und sich mit mindestens einer Hand festhalten können.

Hersteller nennen als typische Nutzerinnen und Nutzer Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit in Knie- oder Hüftgelenken, für die Sitzen schmerzhaft sein kann, sowie Menschen, denen Hinsetzen und Aufstehen schwerfällt. Hinzu kommen sehr schmale Treppen, auf denen für einen Sitz mit angewinkelten Knien wenig Platz bleibt. Ob das auf Sie zutrifft, ist eine Frage der Gesundheit und der Treppe zugleich.

Ein Lift ersetzt keine Behandlung. Lassen Sie ärztlich abklären, woher die Beschwerden kommen und wie sie sich voraussichtlich entwickeln. Ist mit nachlassender Kraft oder unsicherem Gleichgewicht zu rechnen, kann ein Sitzlift auf Dauer die sicherere Wahl sein. Die Verbraucherzentrale rät, vor jeder Anschaffung den tatsächlichen Bedarf und die gesundheitliche Situation sorgfältig zu prüfen. Bei einem Sturz mit Verletzung, bei plötzlicher Lähmung, Brustschmerz oder Atemnot wählen Sie 112; bei nicht dringenden Beschwerden außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.

  • Eher geeignet: Sie können einige Minuten frei stehen, ohne dass Ihnen schwindlig wird.
  • Eher geeignet: Knie oder Hüfte lassen sich nur wenig beugen, etwa bei versteiften Gelenken.
  • Eher geeignet: Die Treppe ist so schmal, dass ein Sitz mit Fußstütze zu viel Platz einnimmt.
  • Eher ungeeignet: Sie stürzen häufig, haben Gleichgewichtsstörungen oder Schwindelanfälle.
  • Eher ungeeignet: Sie können sich nicht sicher festhalten, etwa wegen Lähmung oder starker Schmerzen in Händen und Schultern.
  • Eher ungeeignet: Sie nutzen einen Rollstuhl; dann kommen ein Plattformlift, ein Homelift oder mit Begleitperson ein Treppensteiger in Frage.

Quellen: Handicare: Treppenlift 4000 mit Stehsitz (abgerufen am 19.10.2026); Lifta: Stehlift (abgerufen am 19.10.2026); Verbraucherzentrale: Treppenlifte, Planung und Umsetzung (Stand 20.01.2026)

Wie funktioniert die Fahrt auf einem Stehlift?

Sie steigen auf die heruntergeklappte Fußplatte, lehnen sich an, schließen den Gurt, halten sich fest und steuern die Fahrt mit Taster oder Joystick; am Ziel lösen Sie den Gurt und steigen auf festen Boden ab.

In der Parkposition sind Fußplatte und gegebenenfalls Sitz hochgeklappt, damit die Treppe frei bleibt. Zum Einsteigen klappen Sie die Fußplatte herunter; ein Hersteller bietet für seinen Stehsitz eine automatische Fußstütze als Option an, ein anderer beschreibt das Fußbrett seines Stehlifts als hochklappbar und rutschfest belegt.

Während der Fahrt halten Sie sich an Griff oder Armlehne fest, der Gurt sichert Sie zusätzlich. Bedient wird wie beim Sitzlift: Bei Totmannsteuerung fährt der Lift nur, solange Sie Taster oder Joystick betätigen, und hält an, sobald Sie loslassen. Mit Fernbedienung oder Rufstelle holen Sie den leeren Lift in die andere Etage. Fragen Sie, auf welcher Seite die Bedienung sitzt, denn mit der anderen Hand halten Sie sich fest.

Achten Sie beim Probefahren besonders auf die Übergänge: Wie hoch liegt die Fußplatte über dem Boden? Gibt es am oberen Ende genug Fläche, um auf festen Boden zu treten, ohne rückwärts gehen zu müssen? Liegt eine Stufe oder Tür direkt hinter Ihnen? Diese Punkte entscheiden über die Sicherheit beim Ein- und Aussteigen oft mehr als die Fahrt selbst.

Quellen: Handicare: Treppenlift 1000 mit Stehsitz (abgerufen am 19.10.2026); Lifta: Stehlift (abgerufen am 19.10.2026); Garaventa Lift: Treppenlift SLG-1000 (Totmannsteuerung)

Wie viel Platz braucht ein Stehlift, und wie breit muss die Treppe sein?

Ein Stehlift braucht weniger Tiefe als ein Sitz mit angewinkelten Knien; eine feste Mindestbreite gibt es nicht, sie hängt vom Modell, vom Gebäude und vom Bauordnungsrecht Ihres Landes ab.

Weil die Knie im Stehen nicht nach vorn ragen, nimmt die fahrende Person weniger Raum zur Treppenmitte hin ein. Ein Hersteller bezeichnet Stehsitze deshalb als mögliche Lösung für besonders schmale Treppen, nennt aber kein Maß. Ein anderer Hersteller schreibt auf seiner Stehlift-Seite, in privaten Gebäuden mit höchstens zwei Wohneinheiten reiche für den Einbau eine Mindestbreite von 80 Zentimetern; ob damit die gesamte Treppenbreite oder die freie Breite neben dem Lift gemeint ist, geht aus der Seite nicht hervor.

Für die Restbreite neben der Schiene nennt die Stiftung Warentest (Stand 2022) unter Berufung auf DIN 18065 mindestens 80 Zentimeter in Gebäuden mit höchstens zwei Wohnungen und mindestens 100 Zentimeter in größeren Häusern; die Vorschriften unterscheiden sich je nach Bundesland. In Hamburg etwa stellt die Bauaufsicht in Gebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2 sowie innerhalb von Wohnungen keine bauordnungsrechtlichen Anforderungen an den Einbau von Treppenliften (Stand der Auskunft: Dezember 2020). Lassen Sie sich die verbleibende Laufbreite im Angebot schriftlich nennen.

Prüfen Sie außerdem die Kopfhöhe: Wer stehend fährt, ist größer als im Sitzen. Wo die Treppe unter einer Decke, einem Unterzug oder einem Podest hindurchführt, muss über dem Kopf genug Raum bleiben. Messen Sie diese Stellen vorab und sprechen Sie sie beim Aufmaß an.

Quellen: Handicare: Treppenlift 4000 mit Stehsitz (abgerufen am 19.10.2026); Lifta: Stehlift (abgerufen am 19.10.2026); Stiftung Warentest: Treppenlifteinbau im Überblick (10.05.2022); Hamburg, Amt für Bauordnung: FAQ zu § 60 HBauO, Treppenlifte (Stand 29.12.2020)

Welche Angaben machen Hersteller zu Stehsitz und Stehlift?

Einzelne Hersteller veröffentlichen für ihre Stehvarianten Tragfähigkeit, Treppenform und Ausstattung; Maße zur nötigen Treppenbreite nennen sie selten.

Die Auswahl ist keine Rangfolge und nicht vollständig. Viele Anbieter nennen Tragfähigkeit und Maße ihrer Stehvarianten erst im Datenblatt oder im Beratungsgespräch; fragen Sie danach und lassen Sie sich die Werte für Ihre Ausführung schriftlich geben. Weitere Modelle mit veröffentlichten Kennwerten zeigt der Vergleich der Stehlifte, Anbieter in Deutschland, Österreich und der Schweiz das Herstellerverzeichnis. Beide sind Übersichten veröffentlichter Angaben, keine Bewertung.

Stehsitz und Stehlift: Angaben einzelner Hersteller
ModellTreppenformTragfähigkeitWeitere AngabeQuelle
Handicare 1000 mit StehsitzgeradeLift standardmäßig bis 137 kg, bei Bedarf bis 160 kg; für den Stehsitz keine eigene AngabeStehsitz für eingeschränkte Beweglichkeit in Knie oder Hüfte; optional automatische Fußstütze und 4-Punkt-SicherheitsgurtHandicare: Treppenlift 1000 mit Stehsitz (abgerufen am 19.10.2026)
Handicare 4000 mit Stehsitzkurvig, Doppelschienemaximal 136 kgFahrt im Stehen ohne Kniebeugen; laut Hersteller auch für besonders schmale TreppenHandicare: Treppenlift 4000 mit Stehsitz (abgerufen am 19.10.2026)
Lifta Stehlift mit Sattelsitzk. A.k. A.Mindestbreite 80 cm in privaten Gebäuden mit höchstens zwei Wohneinheiten; Sicherheitsgurt; hochklappbares, rutschfest belegtes FußbrettLifta: Stehlift (abgerufen am 19.10.2026)
Angaben laut Hersteller, Stand 19.10.2026, ohne Gewähr. Keine Bewertung, keine Empfehlung, keine Rangfolge.

Quellen: Handicare: Treppenlift 1000 mit Stehsitz (abgerufen am 19.10.2026); Handicare: Treppenlift 4000 mit Stehsitz (abgerufen am 19.10.2026); Lifta: Stehlift (abgerufen am 19.10.2026)

Welche Sicherheitsausstattung braucht ein Stehlift?

Wichtig sind ein fester Haltegriff, ein Gurt, den Sie selbst schließen können, eine rutschfeste Fußplatte, Sensoren gegen Hindernisse, eine Totmannsteuerung sowie Notfallalarm und eine selbst auslösbare Notabsenkung.

Im Stehen spielt das Gleichgewicht eine größere Rolle als im Sitzen. Sanftes Anfahren und Abbremsen ist deshalb mehr als Komfort; achten Sie bei der Probefahrt darauf, ob Sie beim Start oder in Kurven nach vorn oder zur Seite gezogen werden. Für Treppenlifte ist die Norm DIN EN 81-40 maßgeblich (Treppenschrägaufzüge und Plattformaufzüge mit geneigter Fahrbahn für Personen mit Behinderungen). Fragen Sie, ob das Modell danach gebaut ist, und lassen Sie sich Prüf- und Abnahmeunterlagen aushändigen. Mehr dazu im Ratgeber Treppenlift-Sicherheit.

  • Haltegriff oder Armlehne, die Sie während der ganzen Fahrt sicher greifen können.
  • Sicherheitsgurt; ein Hersteller bietet für seinen Stehsitz einen 4-Punkt-Gurt als Option an.
  • Rutschfeste Fußplatte mit ausreichend Standfläche für beide Füße.
  • Sensoren, die die Fahrt stoppen, wenn etwas auf Treppe oder Schiene im Weg liegt.
  • Totmannsteuerung: Der Lift fährt nur, solange Sie die Bedienung betätigen.
  • Notfallalarm und eine Notabsenkung, die Sie selbst betätigen können; beides empfiehlt die Verbraucherzentrale für jede Liftanlage.
  • Akku, damit eine Fahrt bei Stromausfall zu Ende geführt werden kann.

Quellen: Verbraucherzentrale: Treppenlifte, Planung und Umsetzung (Stand 20.01.2026); Handicare: Treppenlift 1000 mit Stehsitz (abgerufen am 19.10.2026); DIN Media: DIN EN 81-40:2020-12, Treppenschrägaufzüge und Plattformaufzüge mit geneigter Fahrbahn; Garaventa Lift: Treppenlift SLG-1000 (Totmannsteuerung)

Stehlift oder Sitzlift: Was spricht wofür?

Der Stehlift schont Knie und Hüfte und spart Platz, verlangt aber sicheren Stand und Halt; der Sitzlift ist bequemer bei langen Strecken, nachlassender Kraft und unsicherem Gleichgewicht.

Die Tabelle ist eine Orientierung. Wenn Ihnen beides möglich erscheint, fahren Sie beide Varianten Probe. Einzelne Hersteller bieten Standardsitz und Stehsitz für dasselbe Modell an; fragen Sie, ob ein späterer Wechsel des Sitzes möglich ist und was er kostet. Alle Bauarten nebeneinander zeigt der Überblick Treppenlift-Arten.

Stehlift und Sitzlift im Vergleich
MerkmalStehlift oder StehsitzSitzlift
Haltung während der Fahrtstehend oder angelehnt, Beine weitgehend gestrecktsitzend, Knie und Hüfte gebeugt
Hinsetzen und Aufstehenentfällt weitgehendan beiden Enden nötig, ein Drehsitz erleichtert es
Platz auf der Treppeweniger Tiefe, auch für schmale Treppen gedachtmehr Raum für Knie und Fußstütze
Anforderung an das Gleichgewichthoch, sicherer Stand und Halt nötiggeringer, der Sitz stützt
Lange oder kurvige Streckenkann ermüden, im Einzelfall prüfenin der Regel bequemer
Kopfhöhemehr Freiraum über der Treppe nötigweniger kritisch
Modellauswahlkleiner, oft als Sitzvariante eines Sitzliftsgroß, viele Bauformen und Ausstattungen

Mehr dazu: Sitzlift · Treppenlift-Arten im Vergleich

Quellen: Handicare: Treppenlift 1000 mit Stehsitz (abgerufen am 19.10.2026); Handicare: Treppenlift 4000 mit Stehsitz (abgerufen am 19.10.2026)

Was kostet ein Stehlift, und wer beteiligt sich?

Für die Kosten gelten dieselben Faktoren wie beim Sitzlift; die Verbraucherzentrale nannte im Januar 2026 für den Einbau eines Treppenlifts 3.500 bis 15.000 Euro, und die Pflegekasse kann bis zu 4.180 Euro je Maßnahme zuschießen.

Den Preis bestimmen vor allem Treppenverlauf (gerade oder kurvig), Länge der Schiene, Ausstattung, Montage und Stromanschluss. Hinzu kommen nach Angaben der Verbraucherzentrale jährlich 200 bis 300 Euro für Wartung und Service. Eine Zahl für Ihre Treppe ergibt erst ein Angebot nach Besichtigung; DocPauli nennt keine Marktpreise.

Die Pflegekasse kann nach § 40 Abs. 4 SGB XI Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfelds mit höchstens 4.180 Euro je Maßnahme bezuschussen; wohnen mehrere Pflegebedürftige zusammen, ist der Gesamtbetrag auf 16.720 Euro begrenzt. Voraussetzung ist ein Pflegegrad; stellen Sie den Antrag, bevor Sie den Auftrag erteilen. Ohne Pflegegrad kommt der KfW-Kredit „Altersgerecht Umbauen“ (159) in Frage, der Treppenlifte ausdrücklich nennt; für dieselbe Maßnahme lässt er sich nach Angaben der KfW nicht mit dem Zuschuss der Pflegeversicherung kombinieren.

Was nach Abzug des Zuschusses bleibt, rechnet der Zuschuss- und Eigenanteilsrechner mit Ihrem Angebotspreis aus. Förderprogramme einzelner Bundesländer und Kantone stehen unter Regionen.

Mehr dazu: Zuschuss der Pflegekasse · Treppenlift-Kosten

Quellen: Verbraucherzentrale: Treppenlifte, Planung und Umsetzung (Stand 20.01.2026); § 40 SGB XI, Pflegehilfsmittel und wohnumfeldverbessernde Maßnahmen; KfW: Altersgerecht Umbauen, Kredit 159 (abgerufen am 19.10.2026)

Wie finden Sie heraus, ob ein Stehlift zu Ihnen passt?

Verbinden Sie drei Dinge: eine ärztliche oder physiotherapeutische Einschätzung, wie sicher Sie stehen und sich halten, eine Probefahrt auf einem eingebauten Stehlift und das Aufmaß an Ihrer Treppe.

Die Hausarztpraxis oder die behandelnde Fachärztin kann einschätzen, wie sich Gelenke, Kraft und Gleichgewicht voraussichtlich entwickeln. Eine Physiotherapie kann im Alltag prüfen, wie sicher Sie stehen, ob Sie sich mit einer Hand halten können und wie Sie auf die Fußplatte steigen; eine Ergotherapie berät zu Hilfsmitteln und Abläufen in der Wohnung. Wohnberatungsstellen und die Pflegeberatung helfen, zwischen den Bauarten abzuwägen.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt, die Handhabung schon im Vorfeld zu testen. Fragen Sie Anbieter nach einem Vorführgerät oder einer eingebauten Anlage und fahren Sie mehrmals hinauf und hinunter, am besten zu einer Tageszeit, zu der Sie sonst müde sind.

  • Ich kann einige Minuten sicher stehen, auch wenn ich müde bin.
  • Ich halte mich mit einer Hand fest und bediene mit der anderen.
  • Ich schließe und löse den Gurt ohne Hilfe.
  • Ein- und Ausstieg gelingen an beiden Enden, ohne rückwärts zu gehen.
  • Über dem Kopf ist an jeder Stelle der Fahrt genug Platz.
  • Ärztin, Arzt oder Physiotherapie halten das Fahren im Stehen für vertretbar.
  • Ich habe das Angebot mit einem Sitzlift-Angebot für dieselbe Treppe verglichen.

Mehr dazu: Stehlifte im Vergleich · Herstellerverzeichnis

Quellen: Verbraucherzentrale: Treppenlifte, Planung und Umsetzung (Stand 20.01.2026); Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung: Wohnberatung

So gehen Sie vor

Vom ersten Gedanken an einen Stehlift bis zur Abnahme in sechs Schritten.

  1. 1Beschwerden und Verlauf klärenSprechen Sie mit Ihrer Hausarztpraxis darüber, ob Fahren im Stehen für Sie vertretbar ist und wie sich Ihre Beweglichkeit voraussichtlich entwickelt. Bei Bedarf hilft eine physiotherapeutische Einschätzung.
  2. 2Treppe vermessen und Engstellen notierenNotieren Sie Breite, Verlauf, Etagen und Stellen mit wenig Kopfhöhe. Fotos von oben und unten erleichtern das Gespräch mit Anbietern.
  3. 3Zuschuss beantragenMit Pflegegrad stellen Sie den Antrag bei der Pflegekasse vor dem Auftrag und legen ein Angebot bei. Den Weg beschreibt der Ratgeber Treppenlift Zuschuss.
  4. 4Angebote für Steh- und Sitzvariante einholenLassen Sie mehrere Firmen besichtigen und sich beide Varianten anbieten, wenn beide in Frage kommen. Über DocPauli können Sie eine kostenlose, unverbindliche Anfrage stellen, die mit Ihrer Einwilligung an Anbieter in Ihrer Region weitergegeben wird; DocPauli berät nicht selbst und bewertet keine Anbieter.
  5. 5ProbefahrenFahren Sie an einem eingebauten Stehlift probe und gehen Sie die Checkliste oben durch. Unterschreiben Sie nichts unter Zeitdruck.
  6. 6Einbau, Einweisung und AbnahmeLassen Sie sich Gurt, Notabsenkung und Notruf erklären, bewahren Sie die Unterlagen auf und zahlen Sie erst nach störungsfreiem Betrieb. Wartung und Prüfungen erklärt der Ratgeber Treppenlift-Wartung.

Häufige Fragen

Kann man auf einem Stehlift auch kurz sitzen?

Nur eingeschränkt. Ein Stehsitz oder Sattelsitz ist eine schmale, hoch angesetzte Fläche zum Anlehnen; die Beine bleiben weitgehend gestreckt. Wer unterwegs richtig sitzen möchte, braucht einen Sitzlift. Einzelne Hersteller bieten für dasselbe Modell Standardsitz und Stehsitz an; fragen Sie, welche Varianten für Ihre Treppe möglich sind.

Gibt es Stehlifte auch für kurvige Treppen?

Ja. Ein Hersteller bietet den Stehsitz zum Beispiel für sein Doppelschienenmodell für kurvige Treppen an und nennt dafür eine maximale Tragfähigkeit von 136 Kilogramm. Die Schiene wird bei Kurven nach Aufmaß gefertigt. Was das für Planung, Lieferzeit und Widerruf bedeutet, steht im Ratgeber Treppenlift kurvig.

Was tun, wenn mir auf dem Stehlift schwindlig wird?

Lassen Sie die Bedienung los: Bei Totmannsteuerung bleibt der Lift sofort stehen. Halten Sie sich fest und lösen Sie den Gurt erst, wenn Sie sicher stehen. Tritt Schwindel öfter auf, sprechen Sie mit Ihrer Hausarztpraxis und überdenken Sie die Bauart. Bei Bewusstseinsstörung, Brustschmerz oder einem Sturz mit Verletzung wählen Sie 112.

Ist ein Stehlift nach einer Knie- oder Hüftoperation sinnvoll?

Das hängt vom erwarteten Verlauf ab. Bessert sich die Beweglichkeit nach der Reha voraussichtlich, kann eine Übergangslösung oder ein Mietlift sinnvoller sein als ein Kauf. Klären Sie mit dem behandelnden Team und der Physiotherapie, ob und wie lange Sie Knie und Hüfte schonen sollen, bevor Sie einen Lift bestellen.

Braucht man für einen Stehlift mehr Platz über dem Kopf?

Ja, im Stehen sind Sie größer als im Sitzen. Wo die Treppe unter einer Decke, einem Balken oder einem Podest hindurchführt, kann die Kopfhöhe knapp werden. Messen Sie diese Stellen vorab und lassen Sie sich im Angebot bestätigen, dass der Freiraum an jeder Stelle der Fahrt ausreicht.

Wie viel Gewicht trägt ein Stehsitz?

Das unterscheidet sich je nach Modell. Ein Hersteller nennt für den Stehsitz seines Kurvenmodells höchstens 136 Kilogramm, ein anderer für seinen geraden Lift standardmäßig 137 und bei Bedarf bis 160 Kilogramm, ohne gesonderte Angabe für den Stehsitz. Lassen Sie sich die zulässige Last für Ihre Ausführung schriftlich bestätigen.

Zahlt die Pflegekasse auch einen Stehlift?

Ja, unter denselben Voraussetzungen wie bei anderen Treppenliften. Mit Pflegegrad kann die Pflegekasse nach § 40 Abs. 4 SGB XI bis zu 4.180 Euro je Maßnahme zahlen, wenn der Lift die Pflege zu Hause ermöglicht, erheblich erleichtert oder eine möglichst selbstständige Lebensführung wiederherstellt. Stellen Sie den Antrag vor dem Auftrag.

Kann ich einen Sitzlift später auf einen Stehsitz umrüsten lassen?

Einzelne Hersteller bieten Standardsitz und Stehsitz als Varianten desselben Modells an. Ob ein Tausch nachträglich möglich ist und was er kostet, hängt von Modell und Anbieter ab. Fragen Sie vor dem Kauf danach und lassen Sie sich die Antwort schriftlich geben, wenn Sie mit einem Wechsel rechnen.

Wo finde ich Stehlifte mit veröffentlichten technischen Daten?

Der Vergleich der Stehlifte zeigt Modelle mit den Angaben, die Hersteller selbst veröffentlichen, jeweils mit Quelle und Abrufdatum und ohne Rangfolge. Anbieter in Deutschland, Österreich und der Schweiz finden Sie im Herstellerverzeichnis.

Kann eine Begleitperson den Stehlift für mich holen oder schicken?

Bei vielen Modellen ja: Mit Fernbedienung oder Rufstelle lässt sich der leere Lift in die andere Etage holen. Stehen, Festhalten und Gurt müssen Sie während der Fahrt aber selbst bewältigen. Gelingt das ohne Hilfe nicht sicher, passt eher ein Sitzlift oder eine Plattform.

Stehlift: jetzt unverbindlich anfragen

Beantworten Sie ein paar Fragen. Mit Ihrer Einwilligung geben wir die Anfrage an ausgewählte Anbieter weiter. DocPauli berät nicht selbst und bewertet keine Anbieter.